IPV-Projekt: Hat Uri Anpassungen verschlafen?

10. Oktober 2013, 07:36
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Die Urner Software für die individuelle Prämienverbilligung wird teurer. Die Software-Entwickler sehen den Fehler beim Kanton - und umgekehrt.

Die Urner Software für die individuelle Prämienverbilligung wird teurer. Die Software-Entwickler sehen den Fehler beim Kanton - und umgekehrt.
Die Situation sei ganz anders, als es aus Uri zu hören war. Dies erklärt ein Mitglied der technischen Arbeitsgruppe für die Definitionen einer Software für die individuelle Krankenkassen-Prämienverbilligung gegenüber inside-it.ch. Aber alles der Reihe nach: Das von der GDK (Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren) verantwortete Projekt soll dafür sorgen, dass ab 2014 die Prämienverbilligungen nach einem einheitlichen Meldeverfahren für alle Kantone weitgehend automatisiert über die Krankenversicherer abgewickelt werden. Kosteneinsparung im Gesundheitswesen ist das Ziel. Um das zu schaffen, muss bei den Kantonen und Krankenversicherern kompatible Software laufen. Die Parameter dazu wurden von der technischen Arbeitsgruppe des IPV-Projektes der GDK schon vor längerer Zeit definiert.
Beim für Uri verantwortlichen Software-Entwickler, dem Informatik Leistungszentrum (ILZ) in Sarnen, hatte man aber der GDK vorgeworfen, noch in der Entwicklungsphase "massive" Änderungen an den Definitionen vorgenommen zu haben. Das sei der Grund, warum der Urner Landrat in den nächsten Wochen über Nachtragskredit von 130'000 Franken entscheiden müsse - ursprünglich waren für die IPV-Software in Uri noch 76'000 Franken veranschlagt worden.
Bei allen läufts, ausser in Uri
Ein Mitglied der technischen Arbeitsgruppe der GDK, das anonym bleiben will, findet diese Begründung unhaltbar. Vielmehr hätten schon heute zahlreiche Beteiligte die Freigabe für ihre Software erhalten und sind damit schon life oder würden es in kürze sein. Dîes gelte für Kunden der Adcubum in St. Gallen und auch für 17 Kunden der BBT Software in Root und für einige Kantone wie Genf, Zürich, St. Gallen, Aargau, Jura und Waadt. Ausserdem seien beispielsweise auch die Kantone Luzern, Thurgau oder Schwyz Ende August für das neue IPV zertifiziert worden, und hätten mit der Umstellung von der direkten Zahlung an die Versicherten zur Ausrichtung der Prämienverbilligung über die Krankenversicherer offensichtlich weit weniger Probleme als Uri.
Zudem stimme es nicht, dass die Anzahl der Modellprozesse auf 12 erhöht worden ist, wie man aus dem ILZ kürzlich gehört hat. Das belege das gültige "Konzept Datenaustausch Prämienverbilligung" vom 4. März 2013, so der Informant gegenüber inside-it.ch. Es habe lediglich geringfügige Anpassungen gegeben, die bei keinem der beteiligten Entwickler zu ernsthaften Probleme geführt hätten. Dass beim Testing die Prozesse nach ersten Pilot-Projekten etwas geändert würden, sei übliche Praxis, aber sicher nicht für grundlegende Neuprogrammierungen verantwortlich zu machen.
Hauseigene Urner Probleme
Das Problem in Uri, so die Vermutung des Insiders, sei an ganz anderer Stelle zu suchen. Die kantonalen Gesetzgebungen wurden in der Zentralschweiz teilweise nicht an die neuen eidgenössischen Gesetze und Verordnungen angepasst. So dass insbesondere deren stark dezentrale Organisationen an das ab Januar 2014 gültige zentralisierte Meldeverfahren hätte angepasst werden müssen. Das sei offensichtlich nicht oder nur unzureichend geschehen. Zwar sei die IPV-Umstellung nicht allen betroffenen Kantonen gleich leicht gefallen. Allerdings seien hier sicher keine Anpassungen der GDK-Definitionen für Probleme verantwortlich. Vielmehr wussten alle Beteiligten von den neuen Grundsätzen spätestens seit einer Veranstaltung zum Thema IPV von Anfang Februar 2012 in Bern.
Beim für das Projekt im Kanton Uri verantwortlichen Informatik Leistungszentrum (ILZ) in Sarnen wollte Geschäftsführer Oskar Zumstein derzeit keine Auskunft zu den Aussagen aus der technischen Arbeitsgruppe der GDK geben. Er werde Anfangs nächste Woche Stellung nehmen, versprach er gegenüber inside-it.ch. (Volker Richert)

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