IPv6: Die Schweiz nur noch auf Platz 5

29. Oktober 2014, 15:53
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Die Einführung des neuen Internetprotokolls ist ins Stocken geraten. Weitere Provider müssten mitziehen.

Die Einführung des neuen Internetprotokolls ist ins Stocken geraten. Weitere Provider müssten mitziehen.
Seit der Einführung des neuen Internetprotokolls IPv6 hatte die Schweiz eine führende Rolle. Der erste Platz in der weltweiten Statistik der IPv6-Einführung war seither gesichtert - das Land wurde gar als World Leader ausgezeichnet zeigen aber ein anderes Bild: Belgien, Deutschland, Norwegen und Luxemburg haben aufgeholt. Die Schweiz liegt nur noch auch dem fünften Platz.
"Dass die Schweiz eine Weile an erster Stelle war, haben wir vor allem Swisscom zu verdanken", erklärt Simon Leinen von der Stiftun Switch gegenüber inside-it.ch. Der Telco habe unter grossem Einsatz IPv6 für einen Teil der Festnetz-InternetkundInnen freigeschaltet.
Für weitere Freischaltungen muss Swisscom nun aber warten. "Wir warten noch auf ein Firmwareupdate für eines unserer Routermodelle, um weitere Geräte auf IPv6 umzuschalten," sagt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. Wann das Update kommen wird, ist aber noch unklar. "Sobald wir dieses aufspielen können, sieht die Statistik gleich wieder anders aus", so Schulze mit einem Augenzwinkern.
Es braucht einen neuen Schub
Zurzeit können rund 750'000 Personen in der Schweiz mit dem Internetprotokoll IPv6 ins Internet. Das sind knapp mehr als 10 Prozent aller Internet-Nutzer. Zum Vergleich: In Belgien, die klare Nummer 1, sind bereits 33 Prozent der Internet-Nutzer per IPv6 auf dem Netz.
Das neue Protokoll, Nachfolger von IPv4, gilt als Vorraussetzung für das weitere Wachstum des Internets. Denn die Menge an IP-Adressen der Version 6 (340 Sextillionen - zum Vergleich: IPv4 hat 4,3 Milliarden Adressen) erlaubt es, dass jedes Internet-fähige Gerät eine eigene IP-Adresse hat. Bis dato haben Provider IP-Adressen dynamisch beim Einwählen ins Netz aus einem Pool an Geräten verteilt.
Damit die Schweiz bei der Statistik wieder auf dem oberen Treppchen des Podests stehen kann, müssten aber auch andere Player auf IPv6 umstellen. "Es braucht mehr Bewegung in der Schweiz," sagt die Präsidentin des Swiss IPv6 Councils Silvia Hagen gegenüber inside-it.ch. Sie möchte alle Internet-Provider und -Nutzer für die Einführung von IPv6 motivieren.
Es gehen aber nicht alle gleich mit der Thematik um. So schreibt uns der Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom: "Wann wir IPv6 ausrollen werden, können wir noch nicht sagen, da wir zuerst umfangreiche Tests in Kombination mit den Endgeräten durchführen werden", heisst es von der Pressestelle.
Orange wiederum verfolgt eine andere Strategie: Zwar wurde die gesamte mobile Datennetzinfrastruktur in den letzten zwei Jahren mit IPv6-fähigem Equipment erneuert. Da aber noch ausreichend IPv4-Adressen vorhanden seien, sieht sich der Telco nicht bemüssigt umzustellen. "Sobald der Einsatz von IPv6 erforderlich wird, wird Orange den Wechsel vornehmen und auf Dual-Stack umstellen", so die Orange-Sprecherin Therese Wenger. (Linda von Burg)

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