IPv6-World-Launch-Day - nicht nur Begeisterung

6. Juni 2012, 14:05
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Heute, am 6.

Heute, am 6. Juni 2012, ist der IPv6-World-Launch-Day. Ab diesem Tag sollen verschiedene Internet-Firmen, dazu gehören Kolosse wie Google, Facebook oder Yahoo, sowohl über IPv4-Adressen als neu auch permanent über IPv6-Adressen erreichbar sein. Ziel des Tages ist es, Internet-Provider oder Betriebssystemhersteller für die Einführung von IPv6 zu motivieren. Ausserdem sollen somit Fehlerquellen aufgespürt werden, die im realen IPv6-Betrieb in Anwendungen, Routern oder Betriebssystemen auftreten können.
Auch Swisscom rüstet IPv6-technisch auf: Laut dem Schweizer Telco lässt sich das Unternehmen als IPv6-fähiger Internet Provider zertifizieren. Die Bedingung sei erfüllt, dass ein gewisser Prozentsatz, laut Swisscom-Pressesprecher Olaf Schultze unter einem Prozent, des Traffic über IPv6 laufe. Ausserdem rüstet Swisscom die Router Centro Grande und Centro Piccolo standardmässig mit IPv6 aus. Damit sollen Kunden automatisch auf IPv6 wechseln können - ohne selbst Änderungen vorzunehmen.
Datenschutz durch IPv6 in Gefahr?
Es gibt aber auch kritische Stimmen betreffend IPv6. Die Menge an IP Adressen der Version 6 (340 Sextillionen - zum Vergleich IPv4 hat 4,3 Milliarden Adressen) erlaubt es, dass jedes Internet-fähige Gerät eine eigene IP Adresse hat. Bis dato haben Provider IP Adressen dynamisch beim Einwählen ins Netz aus einem Pool an Geräte verteilt.
Damit stellt sich für den Grünen Balthasar Glättli die Frage der Anonymität und Datenschutz im Netz - und möchte vom Bundesrat wissen, wie er dazu steht. In seinem Blog weist er auf die Forderung deutscher Datenschützer hin, die fordern, dass Zugangsprovider Kunden nach Wunsch statische und dynamische Adressen ohne Aufpreis zuweisen. Ausserdem sollten sowohl statische Adressen als auch das vom Provider vergebene Adress-Prefix periodisch gewechselt werden können. (lvb)

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