Irland ermittelt gegen Google wegen Ad Exchange

23. Mai 2019, 09:58
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Die irische Datenschutzbehörde DPC hat eine erste Untersuchung gegen Google und den Umgang des Unternehmens mit Daten zu Werbezwecken eingeleitet.

Die irische Datenschutzbehörde DPC hat eine erste Untersuchung gegen Google und den Umgang des Unternehmens mit Daten zu Werbezwecken eingeleitet. Im Visier ist das Werbe-Targeting-System Ad Exchange. Google droht im schlimmsten Fall eine Strafe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
"Eine gesetzliche Untersuchung gemäss Artikel 110 des Data Protection Act 2018 wurde in Bezug auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Google Irland Limited im Rahmen seines Online-Werbebörsenmarktes eingeleitet", heisst es in einer Erklärung der DPC. Die Behörde untersucht, ob die Verarbeitung personenbezogener Daten, die in jeder Phase einer Werbeaktion durchgeführt wird, mit dem vor einem Jahr eingeführten europäischen Datenschutzgesetz DSGVO übereinstimmt.
Die Untersuchung wurde durch eine Beschwerde die Firma Brave Software ausgelöst, die den gleichnamigen Browser herausgibt. Brave beanstandet, dass die Anzeigenplattform von Google Benutzerdaten wie Standort, Mobilfunknetz, Gerätekennung, Google-ID und mehr ohne ausdrückliche Genehmigung an Drittanbieter im Rahmen des Echtzeit-Bieterverfahrens zurückgibt, das letztendlich entscheidet, welche Anzeigen den Nutzern angezeigt werden.
Ähnliche Beschwerden gegen Echtzeitgebote (Real-Time-Bidding) im Online-Marketing-Bereich sind laut 'TechCrunch' auch in Grossbritannien, Polen, Spanien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden anstehend.
Google, das seinen Europa-Hauptsitz in Dublin hat, antwortete gemäss 'BBC' auf die Prüfung durch die irische Datenschutzbehörde: "Wir werden uns umfassend mit der Untersuchung des DPC befassen und begrüssen die Möglichkeit einer weiteren Klarstellung der europäischen Datenschutzbestimmungen für Echtzeit-Ausschreibungen. Autorisierte Käufer, die unsere Systeme nutzen, unterliegen strengen Richtlinien und Standards." (paz)

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