ISB soll "mutiger" werden

2. Juli 2015, 11:46
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Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes soll seine Rolle konsequenter wahrnehmen, fordert die EFK.

Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) ist ein wichtiger Bestandteil der Informatikpolitik des Bundesrates. Es muss seine Rolle aber konsequenter wahrnehmen, fordert die Finanzkontrolle.
Anfang 2012 erhielt das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) neue Aufgaben und wurde zur zentralen Steuerungsinstanz für die Bundesinformatik. Die vorherigen Entscheidungsgremien, in denen alle Departemente vertreten sind, wurden zu beratenden Organen zurückgestuft.
Um herauszufinden, wie wirksam das ISB seine neue Aufgabe wahrnimmt, hat die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) über 100 Personen aus der Bundesverwaltung zu einer Umfrage eingeladen. Rund 70 Personen haben geantwortet. Darauf basierend wurden etwa 30 Interviews durchgeführt. Die Resultate zeigen: Die Neuorganisation wird grundsätzlich als vernünftig und sinnvoll beurteilt. Die Befragten äusserten sich vorwiegend positiv zur gestärkten Position des ISB, schreibt die Finanzkontrolle in einer Mitteilung.
ISB soll "mutiger" werden
Kritisiert wird aber die Konsequenz, mit der die neue Rolle wahrgenommen wird. "Das ISB hat im Moment bei den Befragten nicht die gewünschte Wirksamkeit". Ausserdem sagen die Befragten, das ISB soll noch mutiger auftreten und weniger kompromissbereit sein. "Heute wird es als eher träge, zu kompromissbereit, nicht termingerecht und teilweise praxisfremd wahrgenommen", teilte die EFK mit.
"Zudem werden die Möglichkeiten zu echten Einsparungen in der Zukunft noch nicht ausgeschöpft", schreibt die EFK. Ausserdem müsse das ISB darauf achten, seine Informationsbedürfnisse mit vertretbarem Aufwand für die Departemente zu decken. "Die Verstärkung des ISB war ursprünglich dazu gedacht, die Departemente zu entlasten", heisst es. Diese beklagten sich jedoch über zunehmenden Aufwand.
Schlüsselprojekt IAM Bund "auf gutem Weg"
Die EFK hat auch das ICT-Schlüsselprojekt IAM Bund des ISB geprüft. Das mit über elf Millionen Franken veranschlagte Projekt zur Identitäts- und Zugriffsverwaltung sei zeitlich und finanziell auf Kurs. Die definierten Meilensteine wurden erreicht und die Finanzierung sei bis zum Programmende sichergestellt, schliesst der Bericht.
Anders jedoch sei die Lage beim ebenfalls vom ISB geführten und mit über 54 Millionen Franken dotierten Projekt "Unified Communication & Collaboration" (UCC). Dieses soll die Festnetztelefonie in der Bundesverwaltung ablösen und wurde bereits letztes Jahr geprüft.
Inzwischen seien zwar Fortschritte erzielt worden und einige Verwaltungseinheiten arbeiten bereits mit UCC. Wegen Fragen der Sicherheit und mangelnder Personalressourcen war der Projektfortschritt beim Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bei der Prüfung aber noch verzögert. Weitere Risiken seien die Regelung des Betriebs der verbleibenden Telefonsysteme und die Ablösung von einzelnen Spezialsystemen. Diese Risiken seien zwar erkannt, ausgewiesen und überwacht. Doch eine erneute Terminverschiebung sei nicht auszuschliessen, wodurch Zusatzkosten entstehen werden. (sda/kjo)

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