Israelische Behörden reagieren auf Vorwürfe wegen Spyware Pegasus

29. Juli 2021, 11:25
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Beamte haben den Hauptsitz des Unternehmens NSO aufgesucht. Israels Verteidigungs­minister hatte zuvor erklärt, man nehme Vorwürfe zur Spionage­software "ernst".

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat sich gestern, 28. Juli, bei einem Besuch in Paris zu dem jüngsten Skandal rund um die Überwachungssoftware Pegasus des israelischen Anbieters NSO geäussert. Gantz habe seiner französischen Kollegin Florence Parly bei einem Treffen versichert, dass Israel die Vorwürfe sehr ernst nehme, teilte eine Sprecherin mit.
Die mögliche Ausspähung der Mobiltelefone zahlreicher Staatschefs, Menschenrechtler und Journalisten mit der NSO-Software Pegasus hatte zuvor international für Aufsehen gesorgt. Rund 150 NGOs und Experten verlangten in dieser Woche in einem offenen Brief, dass eine "unabhängige, transparente und unparteiische Untersuchung der Fälle von gezielter Überwachung" durchgeführt werde.
Parly wolle Gantz fragen, was die israelische Regierung über die Aktivitäten der Kunden von NSO wisse, kündigte Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal an. Sie wolle ausserdem erfahren, welche Schritte eingeleitet wurden oder noch werden, um eine solch intrusive Nutzung des Tools zu verhindern.
Marokkos Botschafter in Paris hatte zuvor Medienberichte zurückgewiesen, wonach ein Sicherheitsdienst seines Landes den französischen Staatschef Emmanuel Macron für eine mögliche Ausspähung ins Visier genommen haben soll. Macron hatte ein Krisentreffen des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung einberufen, um über Konsequenzen zu beraten.
Verteidigungsminister Gantz sagte in Paris, israelische Repräsentanten hätten gestern Mittwoch die Büroräume von NSO besucht, um die Vorwürfe gegen das Unternehmen zu prüfen. Laut israelischen Medien haben Beamte des Aussenministeriums, des Justizministeriums, des Mossads und des Militärgeheimdiensts den NSO-Hauptsitz in Herzliya aufgesucht.
Shalev Hulio, CEO der NSO Group, erklärte gegenüber 'MIT Technology Review', er begrüsse "den Besuch" der Beamten. Auf die Frage, ob der Untersuchungsprozess der Regierung fortgesetzt werde, sagte Hulio, er hoffe, dass dieser fortgesetzt werde. "Wir möchten, dass sie alles überprüfen und sicherstellen, dass die Vorwürfe falsch sind."

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