Ist Banken-Schreck Dyre am Ende?

10. Februar 2016, 10:52
  • security
  • kaspersky
  • russland
image

Dem russischen Geheimdienst ist vergangenen November ein Coup gegen die Infrastruktur des Banking-Trojaners Dyre gelungen.

Dem russischen Geheimdienst ist vergangenen November ein Coup gegen die Infrastruktur des Banking-Trojaners Dyre gelungen. Gemäss Analysten von IBM und Dell ist die Malware, die letztes Jahr für ein Viertel aller Bank-Betruge verantwortlich war, seitdem praktisch verschwunden, schreibt 'Heise.de'.
Auch in der Schweiz ist die Schadsoftware nicht unbekannt. Vergangenen Sommer hatte die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) vor dem Trojaner gewarnt. Anfang letzten Jahres seien Melani wöchentlich mehrere hundert Neuinfektionen gemeldet worden und es wurde vor der "lawinenartigen Verbreitung" von Dyre gewarnt. Symantec beschrieb Dyre als "gefährlichsten Trojaner für Finanzinstitutionen" und berichtete im Juli 2015, dass in der Schweiz in den zwölf Monaten davor rund ein Dutzend Schweizer Banken im Visier der Angreifer waren.
Über die aktuelle Ermittlung ist bis anhin noch nicht viel bekannt. Auch weiss man noch nicht, wer verhaftet wurde. Gemäss 'Forbes' handelt es sich jedoch um die Spitze der Dyre-Bande. Die Hacker haben mit der Malware mehrere Dutzend Millionen US-Dollar von Banken und Geschäften erbeutet. Ausserdem haben sie rund 1,5 Millionen Dollar von Einzelpersonen ergattert.
Wie die US-Zeitung weiter schreibt, seien die Verhaftungen am 18. und 19. November 2015 durchgeführt worden. Danach wurde es ruhig um Dyre und die Malware sei unproduktiv. Möglicherweise sei die Infrastruktur auch vollständig zerstört worden. Die russsischen Behörden geben sich wortkarg zu den noch laufenden Ermittlungen. Auf Anfrage von 'Forbes' haben sich auch weder das FBI noch Interpol zum Fall geäussert. Der Security-Spezialist Kaspersky habe bei den Ermittlungen geholfen. Es wird erwartet, dass sich das Unternehmen möglicherweise an der Analysten Konferenz, die derzeit stattfindet, noch zum Fall äussert. (kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

Cyberangriff auf die Uni Zürich

Die Angreifer scheinen äusserst professionell vorzugehen, erklärt die Zürcher Hochschule. Noch gebe es keine Hinweise, dass Daten verschlüsselt oder abgegriffen worden sind.

publiziert am 3.2.2023
image

So arbeiten Googles interne Hacker

Hoodies, Plasmalampen, digitale Brandstiftung. Daniel Fabian, Leiter von Googles Team Red, zeigt Praktiken seiner Hacker-Gruppe.

publiziert am 2.2.2023
image

Cyberangriff auf Adesso Deutschland

Kriminelle haben Systeme kompromittiert und Daten kopiert. Kundendaten sind laut dem IT-Dienstleister nicht abgeflossen.

publiziert am 2.2.2023
image

Darkweb-Salärstudie: Das sind die Löhne der Cyberkriminellen

Für gefragte Malware-Entwickler gibt es Top-Löhne. Das Durchschnittsgehalt ist aber vergleichsweise bescheiden.

publiziert am 1.2.2023