Ist Citysoft "vergoldeter Granit"?

23. März 2018, 15:18
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Wo eine öffentliche Software-Beschaffung ist, ist die Kritik durch den Berner Lokalpolitiker und Open-Source-Spezialisten Matthias Stürmer nicht weit.

Wo eine öffentliche Software-Beschaffung ist, ist die Kritik durch den Berner Lokalpolitiker und Open-Source-Spezialisten Matthias Stürmer nicht weit. So auch beim Projekt Citysoft. Die Städte Basel, Bern und Zürich wollen zusammen eine neue Lösung für die Fallführung in ihren Sozialämtern entwickeln. Sie haben sich in einem Verein zusammengeschlossen und den 36,5-Millionen-Auftrag an Emineo vergeben.
Stürmer kritisiert nun in der Berner Zeitung 'Der Bund' mehrere Punkte an dem Projekt. Erstens findet er (natürlich) die Aufteilung der Kosten zwischen den Städten falsch. Bern soll 30 Prozent bezahlen, Zürich 40. Stümer im Bund: "Die Stadt Bern hat schlecht verhandelt". Schliesslich sei Zürich grösser und habe mehr Fälle. Zweitens findet er die Kosten viel zu hoch und kritisiert, dass ein Viertel der Kosten für Bern-spezifische Anforderungen anfallen. "Es ist, als ob man vergoldeten Granit wählen würde, anstatt die Strasse einfach zu teeren."
Und natürlich findet der einflussreiche Open-Source-Anhänger es falsch, dass die drei Städte hoffen, weitere Städte als Anwender für die künftige Lösung zu finden. Sie sollten den Quellcode publizieren.
Die Stadt Zürich schaut auf eine lange Leidensgeschichte mit der Fallführungssoftware zurück. Das Projekt Famoz, später ELUSA genannt, scheiterte 2011 spektakulär. Zürich hatte damals für die Neuentwicklung bis zum Projektstopp auch schon 23 Millionen Franken ausgegeben. (hc)

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