Ist der Westen bereit für ein chinesisches Yahoo?

4. Oktober 2011, 06:00
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Wird das wachsende China-Engagement westlicher Unternehmen mit Blick auf Technologietransfer bis hin zur möglichen Industriespionage in Europa und Amerika schon kritisch beobachtet, wird im umgekehrten Fall schnell "die Gelbe Gefahr" gewittert.

Wird das wachsende China-Engagement westlicher Unternehmen mit Blick auf Technologietransfer bis hin zur möglichen Industriespionage in Europa und Amerika schon kritisch beobachtet, wird im umgekehrten Fall schnell "die Gelbe Gefahr" gewittert. Als Jack Ma (Ma Yun), CEO von Alibaba.com, Ende September an der Stanford University Interesse bekundete, Yahoo zu kaufen und damit nicht nur den Anteil an der von ihm gegründeten chinesischen B2B-Internet-Plattform, hat 'Financial Times' tatsächlich die Frage gestellt, ob die USA für eine chinesische Yahoo bereit wären. Schliesslich lagern auf den Servern des amerikanischen Suchmaschinen-Pioniers nicht nur viele höchst intime Daten privater Nutzer, sondern auch von vielen Unternehmen.
Die Alibaba Group hat 2005 das Chinageschäft von Yahoo übernommen und dem amerikanischen Internetunternehmen im Gegenzug 40 Prozent der Anteile überschrieben. Diese machen heute rund ein Drittel des auf 17 Milliarden Dollar geschätzten Marktwertes von Yahoo aus. Der Marktwert von Alibaba wird auf 32 Milliarden Dollar taxiert. Der Ende 2007 erfolgte Börsengang war mit umgerechnet rund eine Milliarde Euro der zweitgrösste eines Internetunternehmens seit dem von Google drei Jahre zuvor.
Ma selbst ist sich Berichten zufolge im Klaren darüber, dass schon der Rückkauf der Yahoo-Anteile an Alibaba schwer genug sein dürfte, weil zu viele Interessen mitspielen, so zum Beispiel auch das von Softbank, einem anderen Alibaba-Grossaktionär. Beide Unternehmen hätten alledings Vorkaufsrecht, wenn Yahoo versuchen würde, die Alibaba-Anteile meistbietend loszuschlagen.
Derweil sucht Yahoo mittlerweile per Executive Headhunter immer noch nach einem neuen Konzernchef, nachdem Carol Bartz als CEO am 6. September gefeuert wurde. Und das, obwohl das Unternehmen immer noch profitabel ist und auf rund 700 Millionen Einzelbesuche pro Monat verweisen kann. Doch während Google und Facebook davonpreschen, stagnieren die Yahoo-Umsätze. Gesucht wird ein CEO, der oder die über ausreichend "Consumer-Erfahrung" verfügt, um sich mit neuen Services im Zeitalter von Google und Facebook behaupten zu können. (kh)

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