Ist die Schweizer "Public-Key-Infrastrukture" endlich im Anrollen?

28. April 2005, 14:47
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Swisscom will noch in diesem Jahr vom Bund anerkannte elektronische Zertifikate lancieren.

Swisscom will noch in diesem Jahr vom Bund anerkannte elektronische Zertifikate lancieren.
An einer Veranstaltung des Vereins eCH in Bern kündigte die Swisscom an, dass sie schon in der zweiten Hälfte dieses Jahres als "Certification Service Provider" (CSP) "qualifizierte", also nach dem Gesetz über elektronische Signaturen (ZertES) vom Bund anerkannte, elektronische Zertifikate anbieten will.
Die Swisscom-Tochter Swisscom Solutions durchläuft gegenwärtig einen Anerkennungsprozess bei KPMG, der von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) eingesetzten Anerkennungsstelle. Neben den personenbezogenen qualifizierten Zertifikaten will die Swisscom dann auch zusätzlich Server-Zertifikate und weitere "fortgeschrittene" Signaturen und Zertifikateausgeben, zum Beispiel für E-Mail Security oder Verschlüsselung.
Auch zwei weitere Firmen, SwissSign und Ofac, sind gegenwärtig im Anerkennungsprozess. SwissSign bietet bereits jetzt Zertifikate an und ausserdem Software für den Aufbau und Betrieb einer PKI-Infrastruktur, die gemäss SwissSign von verschiedenen privaten Firmen und Universitäten genutzt wird.
Auch weitere Unternehmen und Behörden haben Pläne im Bereich der elektronischen Zertifikate angekündigt. So will das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) für alle föderalen Ebenen verwaltungsinterne Zertifikate anbieten, und die Post sucht Partner, um ebenfalls eine ZertES-kompatible Produktpalette anbieten zu können.
Bisher gibt es in der Schweiz noch keine Ausgabestellen für öffentlich anerkannte Zertifikate, und das Fehlen einer solchen "Public-Key-Infrastrukture" (PKI) behindert sowohl die Entwicklung des e-Governments wie auch den elektronischen Zahlungsverkehr und das papierlose Business allgemein.
Trotz der vielen konkret scheinenden Ankündigungen blieb aber auch an der gestrigen Veranstaltung in Bern noch vieles schwammig und diffus – weiteres über die angekündigten Initiativen und die vielen verbleibenden Unklarheiten erfahren Sie morgen in einem tiefergehenden Artikel auf inside-it.ch. (Hans Jörg Maron)

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