IT-Abteilungen auf Schrumpfkurs

26. Mai 2005, 15:29
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Gemäss Gartner werden bis 2010 rund 15 Prozent weniger Leute in den IT-Abteilungen von Unternehmen arbeiten – und diese müssen sich (wieder einmal) neu erfinden.

Gemäss Gartner werden bis 2010 rund 15 Prozent weniger Leute in den IT-Abteilungen von Unternehmen arbeiten – und diese müssen sich (wieder einmal) neu erfinden.
Die Forderung, dass IT-Abteilungen von Unternehmen sich neu erfinden müssen, hört man beileibe nicht zum ersten Mal. Aktuell ist es das Marktforschungsinstitut Gartner, das sie an seiner eigenen Veranstaltung Symposium/ITxpo in Barcelona gerade wiederholt hat.
Die Punkte, die Gartner aufbringt, sind aber durchaus bedenkenswert. Im Grunde genommen steht eine Hauptfrage dahinter: Was kann eine In-house IT-Abteilung heute noch bieten, was ein Outsourcer nicht auch kann? Die Frage ist nicht rhetorisch, die Antwort nicht automatisch ein Nein. Allerdings geht Gartner stark davon aus, dass Outsourcer dann die wahrscheinlich besseren Karten haben, wenn IT als reines "Schmiermittel" verstanden wird, dass einfach zur Grundversorgung eines Unternehmens gehört. Gemäss Gartner kann eine interne IT-Abteilung aber dann einem Unternehmen mehr bieten, wenn sie ihre "Insider-Kenntnisse" ausnützt, um zum Kernbusiness eines Unternehmens beizutragen und ihm einen strategischen Vorteil zu bringen.
Stärker ins Business
Dazu müssten sich die IT-Abteilungen aber stark wandeln, weg vom internen IT-Dienstleister und -Techniker. Stattdessen müssten die IT-Leute stärker mit den Unternehmen verwoben sein. Ihre Technologie sollten sie als "Business Change Agent" in die Verbesserung von strategischen Geschäftsabläufen und Business-Prozessen einbringen und auch selber Geschäftsideen entwickeln. Dafür müssten die IT-Leute schon bei der Planung von neuen Geschäftsprozessen dabei sein und zumindest einige von ihnen würden den betreffenden Unternehmensabteilungen selbst statt der IT-Abteilung angeschlossen sein. Dies sieht Gartner als einen von drei Hauptwegen – und ganz klar den für die Unternehmen nützlichsten Weg – an, den man in den nächsten Jahren gehen könnte.
Oder doch IT-Dienstleister
Falls die IT in einem Unternehmen in einer reinen Dienstleistungsrolle bleiben soll, gibt es gemäss Gartner noch zwei weitere Alternativen. Die erste: Die IT-Abteilung als "Service Broker". Bei dieser Strategie ist die gesamte IT ausgelagert. Die (kleine) interne IT-Abteilung hätte dann noch die Aufgabe, Service-Anbieter zu evaluieren, zu koordinieren und ihre Leistungen zu überwachen.
Die letzte Alternative, die vielen heutigen IT-Leuten von der Mentalität her am nächsten liegen dürfte, nennt Gartner "IT Utility". Dabei müssten die IT-Abteilungen die IT-Grundservices, die tendenziell immer standardisierter und einfacher werden, mindestens ebenso gut und kostengünstig erbringen können, wie ein externer Anbieter. Wie schon gesagt, ist Gartner sehr skeptisch, ob interne IT-Abteilungen in diesem "Spiel" mit Outsourcern mithalten können.
Gartner glaubt, dass bis 2010 rund 15 Prozent weniger Leute in den IT-Abteilungen von Unternehmen arbeiten werden. Alle drei Wege beinhalten nämlich letztlich, dass die IT-Abteilungen schrumpfen würden. Beim "Business Change Agent"-Modell würden einige IT-Leute in andere Unternehmensteile wechseln, beim "Service Broker" wären sowieso nur wenige IT-Leute beim Unternehmen selbst angestellt und auch beim IT Utility-Modell müssten sie den Gürtel enger schnallen, um angesichts der externen Konkurrenz bestehen zu können. (Hans Jörg Maron)

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