IT-Abteilungen der Banken haben zu wenig Zeit für Innovation

22. Oktober 2010 um 09:01
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Systemwartung als Priorität.

Systemwartung als Priorität.
Der Marktforscher Vanson Bourne hat im Auftrag des US-amerikanischen Datenbank-Riesen Oracle eine Studie zum Thema Finanz-IT durchgeführt. Die von Vanson Bourne vorgenommene Befragung mit dem Titel "The European Confidence Report" kommt unter anderem zum Schluss, dass nach Einschätzung eines Viertels aller befragten Finanzexperten ihren Unternehmen durch Probleme mit der IT bereits Umsatz entgangen ist.
Ein Grossteil der europäischen IT-Abteilungen von Finanzdienstleistern ist zudem gemäss der Studie schlecht darauf ausgelegt, wesentliche Informationsanforderungen zu befriedigen. Gründe dafür seien mangelnde Zugriffsmöglichkeiten oder fehlende Informationen über den Speicherort wichtiger Daten, heisst es in einer Mitteilung zur Studie von Oracle. Nazif Mohammed von Oracle Financial Services meint: "Die Informationsanforderungen von Finanzdienstleistern werden mit neuen Gesetzen und Vorschriften zunehmend komplexer. Aktuelle Anforderungen machen oft Berechnungen und Berichte über verschiedene Aufgabengebiete hinweg nötig, die nicht so ohne weiteres durch die Infrastruktur getrennter Abteilungen und ihrer Legacy-Systeme erbracht werden können. Dies erfordert einen neuen Ansatz der Datenarchivierung und -bereitstellung, der auf einem klaren, vereinheitlichten Verständnis der Geschäftsprozesse basiert."
Einige Schweizer Ergebnisse
Die Studie wurde zwischen April und Mai 2010 durchgeführt. Befragt wurden europaweit insgesamt 450 Finanz- und IT-Profis, davon 37 Schweizer IT-Spezialisten und weitere Schweizer 38 Finanz-Experten. Der Mitteilung sind auch einige Schweizer Ergebnisse zu entnehmen. So findet ein Drittel der Schweizer IT-Experten, dass in ihrem Unternehmen zu viel Zeit für die Systemwartung und zu wenig Zeit für Innovation verwendet wird. Damit gehört die Schweiz zusammen mit Italien (37%) und Skandinavien (39%) zu den Schlusslichtern, während nur gerade 3 Prozent der Engländer diese Problematik kennen.
Hingegen verfügen 41 Prozent der Schweizer IT-Experten über Applikationen, die ihnen in Echtzeit Daten zur Performance und zur aktuellen Risikosituation liefern, was kein anderes europäisches Land erreicht. Der europäische Durchschnitt liegt bei lediglich 18 Prozent. (mim)

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