IT-Abteilungen in Zeiten der Schweinegrippe

29. April 2009 um 11:27
  • international
  • informatik
image

Mögliche Krankeitswelle kein Grund zur Panik, aber doch ein Grund zum Handeln, findet Gartner.

Mögliche Krankeitswelle kein Grund zur Panik, aber doch ein Grund zum Handeln, findet Gartner.
Auch in unserer Redaktion, wie wohl in den meisten Unternehmen weltweit, gehen die Meinungen darüber auseinander, ob die von der Schweinegrippe ausgehende Gefahr allgemein übertrieben wird oder ob tatsächlich eine weltweite Epidemie mit gravierenden Auswirkungen droht.
Nicht Däumchen drehen
Solche Meinungsverschiedenheiten, rät das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner, sollte Unternehmen und ihre IT-Verantwortlichen und IT-Abteilungen aber nicht davon abhalten, sich zumindest auf Schwierigkeiten vorzubereiten. Und es pressiert, meint Gartner: Sowohl Grossunternehmen als auch KMU sollten ihre entsprechenden Notfallpläne noch diese Woche analysieren und allfällige Lücken stopfen.
Generell sollten sich Business Continuity- und Disaster-Recovery-Manager sowie andere Verantwortliche intensive über die Situation auf dem Laufenden halten. Damit sind sie auch eine logische Stelle, um zu versuchen, ihr Unternehmen vor Unsicherheit, Panik und Falschinformationen zu schützen. Gleichzeitig sollten sie beim Management das Bewusstsein für potentielle wirtschaftliche Schäden wecken.
Eine Ausbruch der Schweinegrippe würde unter anderem grosse Absenzenraten bewirken. Auch wenn Ausbrüche nur lokal erfolgen, sollte man sich bewusst sein, dass man heutzutage die Folgen auch auf dem Umweg über Lieferanten, Dienstleister, Kunden oder Partner irgendwo auf der Welt zu spüren bekommen kann.
Heimarbeit ermöglichen
Gartner spricht, bei einem massiven Ausbruch, von Absenzenraten von bis zu 40 Prozent oder mehr. Ein grosser Teil davon wäre wohl auf Vorsichtsmassnahmen zurückzuführen, sei es aus "Eigeninitiative" der Angestellten oder vom Arbeitgeber verordnet. Gartner rät darum Unternehmen, sich wenn möglich auf ein Szenario vorzubereiten, bei dem die meisten Angestellten von zu Hause aus arbeiten. Gegebenenfalls müssten dazu die notwendigen ICT-Kapazitäten erhöht werden.
Spezifische Vorbereitungen
Gartner hat auch weitere spezifische Ratschläge:
- Bereiche identifizieren, in denen schon jetzt Personalknappheit herrscht oder wo bei einer Absenzenwelle Knappheit droht.
- Möglichst schnell andere Leute trainieren, die in kritischen Bereichen kurzfristig aushelfen könnten.
- Dafür sorgen, dass dieses Notfallpersonal auch die notwendigen System- und Applikationszugangsrechte erhält.
- Herausfinden, welche Services auch bei hohen Absenzenraten überhaupt aufrechterhalten werden können oder sollen, und auf welchem Level. Ausfallszeiten für Geschäftoperationen abschätzen, falls tatsächlich fast die Hälfte der Leute ausfällt.
- Sich auf schwerwiegende Reisebeschränkungen vorbereiten. Diese könnten lokal beschränkt, oder, bei einer Pandemie, fast universell sein.
- Einen Kommunikationsplan ausarbeiten, der sicherstellt, dass alle Angestellten über die Notfallpläne des Unternehmens informiert sind.
Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, will Gartner auf einer speziellen Informationsseite weitere Informationen und Ratschläge zur Verfügung stellen. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Fujitsu beendet sein Client-Geschäft

Der japanische IT-Konzern will den Fokus auf Datacenter-Technologien und sein Plattform-Angebot setzen.

publiziert am 3.8.2023
image

Ein Roboter schwitzt für die Wissenschaft

"Andi" soll Erkenntnisse liefern, um Menschen besser vor der Hitze zu schützen. Er spaziert dafür durch die US-Stadt Phoenix.

publiziert am 31.7.2023
image

IT-Panne: Keine Schweizer Visa-Termine in mehreren Ländern

Die Schweiz hat die Visumsbearbeitung an TLScontact ausgelagert. Die Firma konnte mehrere Tage keine Daten an Schweizer Server senden. Betroffen waren laut EDA Grossbritannien, Russland, Kosovo und die Türkei.

publiziert am 28.7.2023
image

Der Flächenbrand ungepatchte Schwachstellen

Ungepatchte Lücken sind eine riesiges Cyberrisiko. Führende Security- und Netzwerk-Unternehmen wollen dem mit einer Allianz entgegenwirken.

publiziert am 28.7.2023