IT-Ausbildungmisere: "Politik ist gefragt", findet Microsoft Schweiz

24. Juli 2007, 16:38
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Die Schweiz bleibt "Microsoft-Land": Absatz der Walliseller stieg im GJ 2007 um fast 20 %. Hohe Ziele und Rekrutierungsinitiative.

Die Schweiz bleibt "Microsoft-Land": Absatz der Walliseller stieg im GJ 2007 um fast 20 %. Hohe Ziele und Rekrutierungsinitiative.
Die Schweiz bleibt in fester Hand von Microsoft. Der US Software-Konzern steigerte seinen Absatz in der Schweiz im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende Juni) um volle 19,1 Prozent. Damit schlägt "Wallisellen" den Gesamtkonzern wie auch den Schweizer Software-Markt (+ 6,5 Prozent) um Längen. Stimmt die Angabe in den "Top-500" von 'Computerworld, so setzte Microsoft hierzulande vom Juli 06 bis Juni 07 gute 740 Millionen Franken um.
Der Umsatz mit Geschäftssoftware (ERP + CRM) der "Dynamics"-Abteilung stieg in der Schweiz um gut 15 Prozent.
Auch im laufenden Geschäftsjahr 08 soll es so weitergehen, sagte Microsoft-Schweiz-Chef Peter Waser heute Morgen an einem Pressefrühstück in Zürich. Der Umsatz soll "gut zweistellig" wachsen. Wasers Erwartungen dürften nicht übertrieben sein, denn der Launch der nächsten Generation der Serverprodukte im kommenden Februar wird die Grosskunden dazu animieren, ihre Lizenveträge ("Enterprise Agreements" und "Software Asscurance") zu verlängern oder gar neue einzugehen.
Auch die Kommunikationslösungen von Microsoft (Office Communication Server 2007) dürften, dies ist nicht nur Wasers Einschätzung, auf grosses Interesse stossen.
Ausbau der Service-Abteilung
Microsoft beschäftigt heute in der Schweiz inklusive dem Zürcher Entwicklungszentrum über 450 Mitarbeitende. Auch im laufenden Geschäftsjahr will Waser Spezialisten anheuern. So vor allem im Service- und Maintenance-Bereich, den Microsoft systematisch ausbaut, aber auch in Verkauf und Marketing. Und das heute etwa 30-köpfige Zürcher Entwicklungszentrum, das aus 2005 übernommenen Media-Streams hervorgegangen ist, soll wachsen.
Politik ist gefordert
Auf die Schweizer IT-Ausbildungsmisere angesprochen, betont Waser, dass die IT-Industrie das Problem nicht wird im Alleingang lösen können. "Das können wir nicht im Alleingang stemmen - die Politik muss mithelfen. Wir arbeiten bei ICTSwitzerland und bei ePower mit, um die Priorität der IT-Ausbildungsproblematik in der Politik zu erhöhen," so Waser zu inside-it.ch
Waser kritisiert offen die mangelnde Zusammenarbeit zwischen ETH und den Fachhochschulen ("findet nicht statt") und sagt: "Da könnte man mehr herausholen."
Beim "Jahr der Informatik", das ICTSwitzerland, SWICO und SATW nächstes Jahr lancieren wollen, wird Microsoft hingegen nicht mitmachen. Waser: "Ich finde es eine gute Idee, aber die Konkurrenz zur Euro 08 ist unglücklich. Wir machen schon einiges und werden beim "Jahr der Informatik" deshalb nicht generell aktiv werden." (Christoph Hugenschmidt)

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