IT-Ausgaben: Nur noch das Nötigste einkaufen?

24. März 2020, 15:28
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Das Management fokussiert nun darauf, das Unternehmen am Laufen zu halten und legt unkritische IT-Investitionen auf Eis. Es gibt auch eine lauernde Unbekannte.

Die Coronavirus-Krise belastet die Weltwirtschaft. Dies wirkt sich auch auf die Tätigkeiten und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und deren IT-Verantwortlichen aus.
CIOs, die in den vergangenen Jahren mit neuen Technologien versucht hätten, neue Einnahmequellen zu generieren, kehrten zur Basis zurück und würden sich darauf konzentrieren, ihr Unternehmen am Laufen zu halten, schreibt das 'Wall Street Journal'. Statt neuen Investitionen geht es also darum, die Wartung und den laufenden Betrieb zu sichern. 
Analysten gingen Anfang Jahr noch davon aus, dass die IT-Ausgaben dieses Jahr um rund 4 bis 5% zulegen werden. Die Marktforscher von IDC erwarten nun noch ein Wachstum von 1%, während Enterprise Technology Research (ETR) von einer Stagnation ausgeht.

Möglicher Boost bei Cloud- und Security-Produkten

Bei den zu erwartenden IT-Ausgaben gebe es Unterschiede zwischen den Branchen, so ETR. Der Gesundheitssektor und insbesondere Krankenhäuser etwa seien derzeit mit anderem beschäftigt. Bei Finanzinstituten könne es sein, dass sie versuchen, Verträge neu zu verhandeln, um ihre Kosten zu senken.
Durch die vermehrte Arbeit im Homeoffice gibt es hingegen einen "Boost" für Remote-Work-Technologien sowie im Security-Bereich, schreibt ETR.
Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, werde vermutlich bei Unternehmen auch nach der Corona-Pandemie genutzt, um Kosten zu sparen, sagt Gartner-Analyst Chris Howard gegenüber dem 'Wall Street Journal'. Mit Remote-Work-Technologien gehe darüber hinaus ein vermehrter Einsatz von Cloud-Lösungen einher.

Starke Einbussen im Hardware-Bereich

Immerhin 40% der von ETR befragten CIOs und IT-Beschaffern haben aktuell angeben, dass sie nicht planen, im Jahr 2020 ihr IT-Budget zu verändern. 
Dies kann auch daran liegen, dass bestimmte Teile der IT-Ausgaben nicht so einfach abgedreht werden können. Grund dafür sind langfristige Verträge für Dienstleistungen, Software oder Cloud-Produkte.
Im Schnitt zeichne sich jedoch ein Rückgang der IT-Ausgaben ab und zwar um knapp 4%, heisst es weiter.
"Der Abschwung in jeder Krise ist bei den Hardware-Märkten tendenziell stärker", sagt IDC-Analyst Stephen Minton zu 'CIO Dive'. Die lauernde Unbekannte ist, wie lange die  Auswirkungen des Coronavirus anhalten, fügt er an.

IT-Abteilungen helfen Kosten senken

Die IT-Abteilungen seien nun auch in der Verantwortung den Fachabteilungen zu helfen, die Kosten zu senken, schreibt Forrester. Denn der CIO wisse, wo sich in den vergangenen Jahren grosse Kostenfaktoren eingeschlichen hätten, führt Forrester-Analyst Andrew Bartels gegenüber dem 'Wall Street Journal' aus.
Als aktuelle Herausforderungen für CIOs nennt Gartner, die weiteren Folgen dieser aussergewöhnlichen Lage. Sie müssten etwa rasch Lösungen finden, um die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Nicht nur unternehmensintern, sondern auch für die Kommunikation mit Kunden und Partnern müssten neue digitale Kanäle aufgebaut werden.
Auch bei grösseren Personalausfällen durch Erkrankungen seien die IT-Abteilungen gefragt. Sie könnten ihr Unternehmen dabei unterstützen, die Personalplanung durchzuführen und die Risiken zu bewerten – insbesondere in unternehmenskritischen Bereichen. 

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