IT-Expertenmangel in Deutschland

9. August 2011, 13:21
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Zunächst die gute Nachricht: Wie der deutsche Branchenhauptverband BITKOM berichtete, ist die Zahl der Beschäftigten in der deutschen IT- und Telekommunikatonsbranche (ITK) stärker gestiegen als erwartet.

Zunächst die gute Nachricht: Wie der deutsche Branchenhauptverband BITKOM berichtete, ist die Zahl der Beschäftigten in der deutschen IT- und Telekommunikatonsbranche (ITK) stärker gestiegen als erwartet. Statt 8000 wurden 2010 rund 12000 neue Stellen geschaffen, womit sich die Zahl der Beschäftigten in der Branche auf 848'000 erhöhte. Gleichzeitig verschärft sich aber auch der Mangel an hochqualifizierten Experten, den 59 Prozent der deutschen Unternehmen laut einem Bericht von 'pressetext‘ (pte) als Wachstumshemmnis sehen und der die wirtschaftliche Dynamik um etwa einen Prozentpunkt ausbremsen soll.
Während in den Bereichen Telekommunikation und Hardware-Fertigung die Zahl der Beschäftigten leicht rückläufig war, hat die gestiegene Nachfrage der Softwarehersteller und IT-Dienstleister den Verlust mehr als wettgemacht. Die beiden Bereiche zusammen haben laut pte 25'000 statt der erwarteten 17'000 neuen Stellen geschaffen. Damit ist die Zahl der Beschäftigten in den für Deutschland so wichtigen Segmenten um 4,4 auf 588'000 angestiegen. Für 2011 rechnet BITKOM hier mit einem ähnlich hohen Zuwachs auf dann 605'000 besetzte Stellen im Bereich Software und IT-Dienstleistungen. Auch im Umfeld der Unterhaltungselektronik wurde 2010 gegen den bisherigen und langfristen Trend wieder mehr Beschäftigte gezählt. Insgesamt rechnet BITKOM für die ITK-Branche 2011 mit 10'000 neu geschaffenen Stellen und 858'000 Beschäftigten in Deutschland.
"Die Nachfrage im IT-Bereich nach qualifizierten Arbeitskräften wird sicherlich weiter steigen“, zumal viele Unternehmen ihre IT-Systeme auf neusten Stand bringen wollten, sagte Maximilian Nobis vom Personaldienstleister Harvey Nash ‚ gegenüber 'pte'. Andererseits sieht der Experte auch den Trend, dass IT mehr und ausgelagert wird, wobei Cloud-Systeme immer interessanter würden.
Angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen beispielsweise in Spanien, vor allem auch unter Jungakademikern, werden in Deutschland wieder Stimmen laut, IT-Experten verstärkt im Ausland abzuwerben. Dagegen spricht aber, dass diese nach einem Abebben der Krise dringend im Inland benötigt würden. Ausserdem ruft die unter Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgekommene "Inder-Debatte“ auch immer wieder die Debatte um eine verfehlte Bildungspolitik in Deutschland wach. (Klaus Hauptfleisch)

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