IT-Generationenkonflikt in Unternehmen

27. April 2009, 11:51
  • international
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Die IT-Gewohnheiten von "Babyboomern" und jüngeren Angestellten klaffen zunehmends auseinander, findet eine Studie.

Die IT-Gewohnheiten von "Babyboomern" und jüngeren Angestellten klaffen zunehmends auseinander, findet eine Studie.
Die generationsbedingte Kluft im Umgang mit Informationstechnologien wird zunehmend auch für Unternehmens-Manager zum Problem. Dies glaubt zumindest das auf Informationsmanagement spezialisierte US-Unternehmen LexisNexis, das eine Studie zu den Diskrepanzen im Verhalten dreier Altersgruppen in Auftrag gegeben hat. "Die Ergebnisse legen nahe, dass Manager die sich auftuende Kluft zwischen der Babyboom-Generation und Mitarbeitern unter 29 akzeptieren müssen", sagt Mike Walsh, CEO von LexisNexis. Verständnis für alle Mitarbeitenden sei schliesslich eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine optimierte Organisation von Arbeitsabläufen.
"Manager können nicht zusehen, wie die rasante technische Entwicklung ihr Personal auseinanderdividiert", sagt Walsh. Konkret müsse in Verfahren und Technologien investiert werden, die maximale Effizienz und Arbeitsproduktivität sicherstellen. Auffassungs- und Verhaltensunterschiede zwischen den Generationen dürften dabei nicht verleugnet werden.
Gadgets unterschiedlich beliebt
Zwei Drittel der "Babyboomer", also der 44- bis 60-jährigen Angestellten, meinten, dass PDAs, Blackberrys und Mobiltelefone zur Erosion der Benimmregeln am Arbeitsplatz beitragen. Ihre jüngeren Kollegen und Kolleginnen stimmen dem aber mehrheitlich nicht zu.
Während Arbeitsgesprächen gebrauchte Laptops sind erfahrenen Mitarbeitern meist ein Dorn im Auge. Im Gegensatz dazu, glaubt eine Mehrheit des befragten Nachwuchses, dass sich Effektivität der Meetings durch den Einsatz von Laptops erhöhen lässt.
LexisNexis machte nicht nur Meinungsverschiedenheiten, sondern auch Unterschiede in der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien aus. Zum Beispiel beim "Multitasking": Die Summe der Nettobenützungszeiten aller am Arbeitsplatz zur Verfügung stehenden Applikationen überschritt mit durchschnittlich 15,9 Stunden die täglich vorgesehene Arbeitszeit deutlich. Angestellte unter 29 Jahren waren aber im Schnitt sogar 22,9 Stunden pro Tag bei diversen Applikationen eingeloggt, während Senior Executives es gerade einmal auf 10,3 Stunden brachten. Etwa die Hälfte der Befragten insgesamt tut sich schwer mit der dauernden Mehrfachtätigkeit: Sie glauben, dass die Menge der zur Verfügung stehenden Anwendungen zuviel Multitasking nach sich zieht.
Unterschiede im Hirn?
Auch in neurologischer Hinsicht könne zwischen den Generationen unterschieden werden, sagt der US-Hirnforscher Gary Small. Viele Erwachsene und Senioren gingen zwar routiniert mit Computern um. Dennoch trenne sie eine Kluft von Jugendlichen, die von Small als ´BrainGap´ bezeichnet wird. Das Gehirn ist in den Kindheitsjahren am formbarsten. In dieser Zeit entsteht eine Vielzahl der neuronalen Verschaltungen.
Small glaubt, bei Jugendlichen, die ihre Zeit mit Spielkonsolen, Smartphones und Computern verbringen, eine Schwächung jener neuronaler Schaltkreise, die für zwischenmenschliche Kontakte zuständig sind, feststellen zu können. Auf der anderen Seite trage diese spezifische neuronale Verschaltung dazu bei, grosse Informationsmengen besser verarbeiten zu können. Allerdings sind Smalls Schlussfolgerungen bei seinen Kollegen recht umstritten. (hjm/pte)

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