"IT-Grössenwahn" bei der Concordia?

11. Mai 2009, 14:44
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Verwaltungsrat entscheidet über 95 Millionen-IT-Projekt bei der Luzerner Krankenkasse.

Verwaltungsrat entscheidet über 95 Millionen-IT-Projekt bei der Luzerner Krankenkasse.
Wie die Zeitung 'Sonntag' in ihrer gestrigen Ausgabe schreibt, entscheidet der Verwaltungsrat der Luzerner Krankenkasse Concordia am Mittwoch über die Erneuerung der IT-Systeme. Pikant: Zwei erfolglose Versuche der IT-Erneuerung hat die Krankenkasse bereits hinter sich und dabei Millionen von Prämienfranken verloren. Das neuste Vorhaben, bei dem auch eine Migration auf die neuste Version der Branchensoftware 'Syrius' (des Herstellers Adcubum) geplant ist, ist mit insgesamt 95 Millionen Franken budgetiert.
Doch im Sonntagsblatt warnen Spezialisten vor den Plänen der Krankenkasse, die die Migration im Alleingang vornehmen will. Die Kasse sei deshalb auf "Heerscharen von teuren, externen IT-Beratern angewiesen, was ein grosses Risiko berge. Kritisch eingeschätzt wird auch die Tatsache, dass das Betreiben eines Rechenzentrums nicht zu den Kernkompetenzen einer Krankenkasse gehöre. Swica etwa, die in etwa über die gleiche Anzahl an Grundversicherten verfügt und ebenfalls auf eine 'Syrius'-basierte Lösung setzt, hat diese Aufgabe dem Outsourcer Centris übergeben.
Urs. E. Zurfluh, CEO der Beratungsfirma Ad Vantis, kritisiert, dass der Budgetposten mit fast 100 Millionen Franken "ganz klar zu viel" sei. Erfahrungsgemäss würden die Kosten solcher Grossprojekte die Budgets meist sprengen. Zurfluh: "Wenn man 50 Millionen budgetiert, werden es leicht 70 Millionen, bei 90 Millionen werden es schnell 110". Für Diskussionsstoff in der Zeitung sorgt auch, dass die Entwicklungskosten das Budget der Concordia mit jährlich rund 10 Millionen Franken Abschreibungen belasten würden. Dazu kämen jährliche Unterhaltskosten in der gleichen Höhe, was den Verwaltungskostensatz von derzeit rund 5,5 Prozent um ein bis zwei Prozentpunkte erhöhen würde. (bt)

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