IT-Markt: Mehr Zuversicht, mehr Differenzierung, dieselbe Konkurrenz

11. März 2021, 15:34
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Geschäftlich ist Corona für immer weniger Schweizer ICT-Kader im Zentrum. Neue Konkurrenten sind es ebenso wenig, so eine Studie.

Der "Swiss Business Pulse" soll ein Meinungsbild von Schweizer Führungskräften abbilden. Unter den Resultaten finden sich auch Einschätzungen und Prognosen, welche den Schweizer IT-Markt betreffen.
Der Schweizer IT-Markt dürfte 2021 "markant" wachsen, die Zuversicht ist offenbar seit Juli 2020 trotz Corona wieder sichtlich angestiegen. 50% sehen die Zukunft positiver als vor einem Jahr (plus 12%), nur noch 11% negativ (minus 11%), rund 50% der Befragten erwarten Verbesserung der Auftragslage, insbesondere im ICT-Bereich.
Andere aktuelle Studien zum ICT-Markt wie der EITO-Report und der Swico-"House View" liefern weitere Informationen zum Investitionsverhalten in unsicheren Zeiten. Zudem die Pre-Session unseres hersteller-unabhängigen "Inside Channels Forum 2021".
"Swiss Business Pulse" wirft einen Blick auf andere Aspekte, die den Markt prägen (könnten). In der Schweiz sei, so eine weitere Aussage, die Wettbewerbsintensität im Bereich in der IT mit Abstand am höchsten und die Marktsättigung hoch. Deshalb werde der Differenzierungsgrad von Produkten und Dienstleistungen weiter zu nehmen.
In den kommenden 12 Monaten erwarten 54% der antwortenden ICT-Manager einen höheren Differenzierungsgrad der Produkte in ihrer Branche, je 61% glauben an ein Wachstum des Marktes und ihrer Auslastung, das ist der höchste Wert unter allen thematisierten Branchen. Die Schweiz ist ein Wachstumsmarkt mit grossem Wettbewerb – entsprechend glauben viele Antwortende nicht an Markteintritte von neuen Konkurrenten, denn die Kosten seien dafür schlicht zu hoch.
Konkret halten 73% der antwortenden Manager aus der ICT den Wettbewerb für einen hohen Einflussfaktor für das eigene Business, 55% die Verhandlungsmacht der Kunden und 45% den Markteintritt neuer Konkurrenten.
Trotz der Konkurrenz und der Verhandlungsmacht von Kunden sehen die befragten IT-Manager sich in einer beruhigenden Lage: Nur 18% glauben, dass die Kunden ihre IT-Lösungen wieder selbst herstellen würden.

Fachkräfte-Mangel wegen Corona

Speziell in der IT werde die Zukunft auch vom Fachkräftemangel beeinflusst, der in der IT besonders hoch sei, so diese Umfrage. Sie bestätigt, dass sich der Wettbewerb um gute Leute während Corona offenbar sogar verschärft: so meldete der Kanton Zürich soeben, es seien 1900 Vollzeitstellen für Informatiker entstanden. Die Corona-Krise werde sich auch noch weitere Jahre auf die Beschäftigung in der IT-Branche auswirken, heisst es weiter, und das Beschäftigungswachstum werde anhalten.
Gleichzeitig ist schweizweit die Zahl arbeitsloser Informatiker leicht rückläufig, so die neueste Erhebung des Seco.
Der "Swiss Business Pulse" wurde von der Beratungsfirma Leverage Experts erstellt. An der Umfrage nahmen 184 C-Level-Vertreter und weitere Führungskräfte teil. Neben der ICT-Branche wurden auch Finanzdienstleister, Versicherungen, Berater und Professional Services sowie andere Branchen betrachtet.

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