IT-Probleme bei Regionalbanken

28. November 2013, 14:19
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Seit Montag kämpfen 37 RBA- und 13 Esprit-Banken mit IT-Problemen. Grund dafür ist ein Datenbank- oder ein Releasefehler - vielleicht aber auch nicht.

Seit Montag kämpfen 37 RBA- und 13 Esprit-Banken mit IT-Problemen. Grund dafür ist ein Datenbank- oder ein Releasefehler - vielleicht aber auch nicht.
37 Regionalbanken der RBA-Gruppe (darunter die 15 Banken der Clientis-Gruppe) sowie die 13 Regionalbanken der Esprit-Bankengruppe sind seit Montag von teils massiven IT-Problemen betroffen. Dies berichten heute die 'Schaffhauser Nachrichten'. Das E-Banking und der Schalterbetrieb seien "teilweise massiv gestört" gewesen. Der Zeitpunkt der Panne ist besonders ungünstig, denn Ende Monat stehen Zahlungen an.
Alle von den Störungen betroffenen Banken arbeiten mit der Kernbankensoftware von Finnova. Ein Sprecher des Lenzburger Softwareherstellers sagte, die Störungen beträfen den laufenden Betrieb, weshalb nicht Finnova "im Lead" sei, sondern Swisscom. Für den Betrieb der Finnova-Software bei den Banken ist Swisscom IT Services zuständig.
Datenbank- oder Releasefehler
Swisscom bestätigte, dass es derzeit "Probleme mit der Performance und der Systemverfügbarkeit bei der Business-Plattform, also bei der Verarbeitungsplattform für Banken" gebe. Gegenüber inside-it.ch erklärt Swisscom heute, dass am Mittwoch ein Datenbankfehler eruiert worden sei. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sei "die Korrektur des Herstellers" in die Systeme eingespeist worden. "Nach aktuellem Wissensstand können wir aber noch nicht final bestätigen, dass dieser Fehler die Ursache der Betriebsstörungen war", räumt Swisscom ein.
Die 'Schaffhauser Nachrichten' schreiben derweil, dass am vergangenen Wochenende ein neuer Software-Release eingespielt worden sei. Finnova bestätigte zwar, dass "eine Versionierung stattgefunden" habe; ob die Störung möglicherweise damit zusammenhänge, weiss Finnova aber nicht.
Es bleiben Probleme
Damit bleibt die Ursache weiter unklar. Immerhin läuft das E-Banking seit gestern wieder, doch aufgrund der Störung stehen die Schalter der betroffenen Banken immer noch nicht vollumfänglich zur Verfügung. Auch bei den Banken hiess es bereits am Mittwoch, dass vieles wieder besser laufe, aber insbesondere die Systemleistung noch zu wünschen übrig lasse. Mit gezielten Massnahmen reduziere man die Betriebslast, "sodass wichtige Funktionen wie E-Banking oder der Zahlungsverkehr weiterhin funktionieren", heisst es in einer Stellungnahme von Swisscom. Die Tagesendverarbeitung habe man planmässig abwickeln können. Die Bankomaten seien von der Störung nicht betroffen.
Die Business-Plattform laufe heute mit allen Usern stabil, schreibt Swisscom. Ziel des heutigen Tages sei es, die Auslastung der Business-Plattform mit einer normalen Auslastung inklusive allen Schaltern zu verifizieren, so Swisscom. Die Betriebsperformance werde dabei ununterbrochen überwacht, sodass bei sich abzeichnenden Schwierigkeiten "unverzüglich mit geeigneten Massnahmen reagiert werden kann".
Swisscom betont, dass durch die Betriebsstörungen die Kundendaten "nicht tangiert" worden seien und die Datensicherheit nach wie vor vollumfänglich gewährleistet sei. Man sei sich bewusst, dass diese Situation für die Banken und deren Kunden "eine starke Beeinträchtigung bedeutet und nicht akzeptabel ist". Man setze alles daran, das Problem schnellstmöglich sowie auch nachhaltig lösen zu können. (Maurizio Minetti)

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