IT-Projekt der SRG massiv teurer

31. Dezember 2012, 09:28
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Über 26 Millionen Franken kostet mittlerweile ein Projekt, das für 17 Millionen Franken hätte realisiert werden sollen. Nun reagiert die Aufsichtskommission.

Über 26 Millionen Franken kostet mittlerweile ein Projekt, das für 17 Millionen Franken hätte realisiert werden sollen. Nun reagiert die Aufsichtskommission.
Ein SRG-Projekt werde zum Millionenflop, titelte die 'SonntagsZeitung' gestern. Dabei geht es um ein Informatik-Projekt. Bereits im Oktober hatte Generaldirektor Roger de Weck in einem Interview mit der 'NZZ' gesagt, die Informatik sei "das grösste Risiko meiner Amtszeit - grösser als die ausgelaugte Kampagne gegen den Service public." Man sei aber gewappnet, versicherte de Weck damals. Es geht vor allem darum, die Services der SRG zu harmonisieren, zu standardisieren und zu zentralisieren, hiess es damals seitens SRG.
Das Projekt begann Ende 2009 mit dem Beschluss des SRG-Verwaltungsrats, die Informatik zu vereinheitlichen. Das neue Corporate Services Networks (CSN) sollte bis Ende 2011 mehrere heterogene Systeme ersetzen. Doch offenbar gab es schon 2010 Verzögerungen bei dieser IT-Reform. Der Verwaltungsrat hatte dafür 17 Millionen Franken budgetiert – inzwischen musste er zwei Zusatzkredite in der Höhe von 9,4 Millionen Franken bewilligen, wie die 'SonntagsZeitung' schreibt. Die Realisierung des Vorhabens verzögere sich zudem um eineinhalb Jahre. Die Reform soll nun nicht vor Mitte 2013 abgeschlossen werden.
Politik schaltet sich ein
Markus Hutter, Präsident der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, sagte in der Zeitung, seine Kommission habe bislang keine Kenntnis von den Kostenüberschreitungen gehabt. Er erwartet nun eine detaillierte Stellungnahme seitens SRG.
Bei der SRG heisst es auf Anfrage der 'SonntagsZeitung', das Projekt habe anfänglich personelle und konzeptionelle Probleme gehabt, doch das CSN sei mittlerweile bei mehreren Unternehmenseinheiten tadellos in Betrieb. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wurde aber noch nicht umgerüstet. Die SRG gibt sich überzeugt, dass CSN ein hart erarbeiteter Erfolg sei. Man spricht von einem wirtschaftlichen und technologischen Vorteil. (mim)

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