IT-Riesen engagieren sich gegen Treibhausgasausstoss

13. Juni 2007, 14:48
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Konkrete Ziele: Rechenzentren und PCs sollen bis 2010 54 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoss verursachen.

Konkrete Ziele: Rechenzentren und PCs sollen bis 2010 54 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoss verursachen.
Intel, Google, Dell, EDS, Microsoft, HP, IBM, Lenovo und viele andere haben sich zu einem Konsortiums aus Unternehmen der IT- und Energiebranche sowie Umweltorganisationen gesetzt. Die "Climate Savers Computing Initiative" will im IT-Bereich mit geballter Macht energiesparende Technologien durchsetzen und so den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. "Von anderen Initiativen unterscheidet uns, dass wir uns konkrete Ziele gesetzt haben", betonte Intel-Sprecher Mike Cato gegenüber 'pressetext'. So wird bis 2010 eine "Energieeffizienz" der Hardware von 90 Prozent angepeilt. Dadurch sollen jährlich 54 Millionen Tonnen an Treibhausgas-Emissionen (und, auch nicht schlecht, 5,5 Milliarden Dollar an Energiekosten) eingespart werden.
"Bis 2010 wird die Initiative Treibhausgas-Emissionen in einem Umfang eingespart haben, der einem Rückgang um elf Millionen Autos oder der Abschaltung von zwanzig 500-Megawatt starken Kohlekraftwerken entspricht", so Intel-Vizepräsident Pat Gelsinger. Derzeit verschwende ein herkömmlicher PC etwa die Hälfte der Energie, die ihm zugeführt wird, bei einem Server sei es immerhin ein Drittel, bekräftigt Google-Vize Urs Holzle. Insbesondere im Serverbereich macht derzeit die durch den energieverbrauch enstehende grosse Hitzeentwicklung auch zusätzlich den Einsatz von stromfressenden Klimaanlagen notwendig."Wir glauben, dass auch die Unternehmen den Sinn von energieeffizienten Lösungen langsam erkennen, nicht zuletzt, weil sie dank effektiveren PCs und Servern unter dem Strich auch Geld sparen", zeigt sich Cato überzeugt.
Die Liste der Unterstützer der Climate Savers Computing Initiative liest sich wie das "Who is Who" der IT-Industrie. Der WWF gilt mit seinem Climate-Savers-Programm als eigentlicher Initiator. Neben Energiekonzernen wie Pacific Gas sind auch Endkunden wie Starbucks der Initiative beigetreten. Die Unterstützer verpflichten sich dazu, nicht nur energieeffiziente Geräte zu bauen, sondern diese auch in ihren eigenen Unternehmen einzusetzen. Auf der Website der Initiative können sich darüber hinaus Privatkunden informieren, wie sie mit der Aktivierung von bereits existierenden Energiespar-Funktionen - etwa dem Sleep-Modus - Strom sparen könnten.
"Bei der Initiative geht es nicht nur darum, CPUs oder Chipsätze stromsparend zu gestalten, sondern sie betrifft das gesamte System", sagt Cato. Allein die Tatsache, dass sich mit Intel und AMD die beiden grössten Chiphersteller verpflichtet haben, effiziente Prozessoren herzustellen, bedeute, dass diese in Zukunft dominieren würden, unterstreicht der Intel-Sprecher die Bedeutung einer breit angelegten Aktion. Da, wo das Strom sparen bereits wichtig ist, etwa in Notebooks, sei der angepeilte Wirkungsgrad de facto ohnehin schon erreicht. Nun gelte es, dies auch im PC- und Serverbereich zu schaffen.
Die Climate Savers Computing Initiative orientiert sich in ihren Zielen an den von der Environmental Protection Agency (EPA) gesetzten "Energy-Star"-Richtlinien, geht aber in einigen Punkten noch weiter. So fordert die EPA eine Energieeffizienz von 80 Prozent, die Initiative bis 2010 mindestens 90 Prozent. Im Serverbereich hat die Initiative die Ziel-Messlatte für 2010 auf 92 Prozent gelegt. (Derzeit sind es 85 Prozent). (pte)

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