IT-Stadt Zürich setzt bei den Kindern an

14. Dezember 2010, 14:02
  • politik & wirtschaft
image

612 Ideen sind zum Ideenwettbewerb eZürich eingegangen. Die Top3-Ideen liegen bereits vor.

612 Ideen sind zum Ideenwettbewerb eZürich eingegangen. Die Top3-Ideen liegen bereits vor.
Am 4. November hat die Stadt Zürich den Ideenwettbewerb eZürich gestartet. Gestern Nacht ist er beendet worden. Um "Zürich international als bevorzugten Standort im Bereich ICT-Dienstleistungen und ICT-Infrastruktur zu positionieren" sind in den letzten sechs Wochen 612 Ideen für Zürichs digitale Zukunft von der Öffentlichkeit eingereicht und bewertet worden.
Die ausgewählten drei Top-Ideen umfassen auf dem ersten Platz das Projekt "Zürich wird CompiSternli-Stadt". Dahinter stehen Kinder als sogenannte "CompiSternli", die ältere Personen in die Grundlagen am Computer oder in den Handy-Gebrauch einführen. Das Projekt wurde 2006 in Davos lanciert und ist inzwischen in etwa 12 Gemeinden im Einsatz. Nun soll es auch in der Stadt Zürich im grossen Stil eingeführt werden. Dazu werden interessierte Mittelstufenkinder zu CompiSternli ausgebildet und lernen dabei den Umgang mit ihren zukünftigen "Schülerinnen und Schülern" - vom Händedruck bei der Begrüssung bis zu den geduldigen Erklärungen ohne selber alles vorzumachen -, sowie einige Tipps und Tricks zu Computeranwendungen. Nach der Ausbildung sind die CompiSternli im Einsatz. Je ein Kind arbeitet dabei mit einer älteren Person.
Auf Platz zwei kam das "DynabookZ". Hierbei geht es um die Entwicklung eines persönlichen mobilen Lerngeräts für Zürcher Schulkinder auf Open-Source-Basis. Konkret entwickeln Zürcher Hochschulen wie ETH, Universität, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschule und ansässige IT-Firmen ein auf die Bedürfnisse von Schulkindern ausgerichteten mobilen Kleincomputer (Handheld, Smartphone, Tablet). Er wird mit schulspezifischer Software auf Open-Source-Basis konfiguriert sein. Dann sollen die Geräte flächendeckend verteilt und eine sinnvolle Nutzung initiiert werden. Jedes Zürcher Schulkind soll über einen persönlichen multimedialen Kleincomputer für Schule und Freizeit verfügen. Wobei die besonderen Bedürfnisse der Schule und der Schulkinder fokussiert werden und für die Software keine Kosten entstehen. Ziel ist, Schülern den selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien beizubringen - wie den mit Papier und Bleistift. Die Schule vermittelt dabei nicht primär Bedienkompetenz, sondern die Fähigkeit, digitale Medien sinnvoll, effizient und reflektiert zu nutzen und auch Grenzen und Gefahren digitaler Medien zu erkennen.
Und den dritten Platz belegte das als Plattform gedachte Projekt "eZürich in Politik und Verwaltung verankern - Wir wollen mehr als nur Ideenlieferanten sein!". Hierbei geht es den Initianten darum, dass eZürich mehr als ein einmaliger Wettbewerb bleibt. Die Zürcher sollen zudem nicht nur Ideenlieferanten sein, sondern über die Umsetzung konkreter Vorhaben mitentscheiden können. Auch in Zukunft sollen Ideen jederzeit eingebracht, beurteilt und priorisiert werden können. Das Schlagwort heisst: "eZürich ist unsere Plattform, eZürich ist unser Zürich". Diese Ideenplattform ist als Ausgangslage für Zieldefinitionen in der Verwaltung und Politik gedacht. Erwartungen und Bedürfnisse von Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmen, Arbeitnehmern, Konsumenten und Steuerzahlern sollen systematisch erfasst werden. Die Ideen sollen gleichberechtigt und offen miteinander diskutiert werden und die zu priorisierenden Vorhaben im demokratischen Prozess festgelegt sowie in die Ziele der Politik und Verwaltung integriert werden. Die Umsetzung der Projekte sowie der jeweilige Nutzen soll gemessen und über eZürich jährlich ausgewiesen werden. Neben den bestehenden politischen Partizipationsmöglichkeiten der direkten Demokratie ermöglicht das Internet 2.0 neue Formen der transparenten Entscheidungsfindung.
Unter allen registrierten Teilnehmern von eZürich werden attraktive Preise verlost. Die Gewinner werden bis zum 17. Dezember per E-Mail benachrichtigt. Die Ideengeber der drei Top-Ideen können ihren Vorschlag am eZürich-Workshop präsentieren, der vom 20. bis 22.Januar 2011 im – sinniger Weise - Seedamm Plaza in Pfäffikon Schwyz über die Bühne gehen wird. Dazu werden namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft erwartet.
Nach dem Workshop wird die strategische Stossrichtung von eZürich festgelegt und ein Grobkonzept ausgearbeitet. Die Stadt Zürich wird bis zu drei Projekte auswählen, die sie weiterverfolgen und fördern will. Im vierten Quartal 2011 sollen dann konkrete Aussagen gemacht werden über die Projekte, die realisiert werden sollen. Die Auswertung des Ideenwettbewerbs wird im Januar 2011 hier veröffentlicht. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Das SDVS geht in die Realisierungsphase

Soeben wurden weitere Gelder für den Netzbau des sichere Datenverbundsystems gesprochen. Zudem ist die Stelle der Projektleitung dafür ausgeschrieben. Wir haben beim zuständigen BABS nach dem Stand des Projekts gefragt.

publiziert am 6.2.2023
image

Anti-Fake-News-Initiative ist vorerst vom Tisch

Mit einem Vorstoss sollten Betreiber in die Pflicht genommen werden, wenn auf ihren Onlineplattformen Falschinformationen verbreitet wurden. Zunächst sind aber Abklärungen nötig.

publiziert am 3.2.2023
image

Der Wandel im Beschaffungsrecht

Am 02. Februar 2023 ist das erste Event seiner Art – "E-Government im Fokus" – von inside-it.ch über die Bühne gegangen. Wir haben mit 4 Speakern diskutiert, die das Beschaffungswesen in- und auswendig kennen.

publiziert am 3.2.2023
image

Next Episode: Das neue Simap verzögert sich nochmals

Die Entwickler haben die "Komplexität analysiert" und sind zu einer neuen Schätzung gelangt. Dieses Jahr wird’s nichts mehr mit KISSimap.

publiziert am 3.2.2023