Die IT-Woche 7

14. Februar 2020, 16:30
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Erneute Panne bei der Swisscom, die Crypto-Affäre und die Enterprise-Aufsteiger sorgten letzte Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Bakom kündigt nach erneuter Swisscom-Panne Abklärung an

Bei Swisscom kam es erneut zu einer Störung im Netz. Nach der zweiten Panne innerhalb eines Monats hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) nun "eine vertiefte Abklärung der Ursachen" angekündigt. Wie Swisscom bekannt gab, kam es bei geplanten Wartungsarbeiten für die Erweiterung der Netzkapazität zu "mehrfachem menschlichem Fehlverhalten". Auch diverse Notrufnummern waren von der Störung betroffen. Sollte das Bakom Rechtsverletzungen feststellen, so kann es gemäss Gesetz von Swisscom Massnahmen verlangen, damit die Verletzung nicht wieder vorkommt oder auch die Konzession durch Auflagen ergänzen.

Crypto AG: Bundesrat veranlasst eine Untersuchung

Einmal mehr sind die Geheimdienst-Verbindungen der früheren Schweizer Firma Crypto in die Schlagzeilen. Die Zuger Firma soll Verschlüsselungsgeräte mit Backdoors verkauft haben, durch welche die CIA und der deutsche Nachrichtendienst BND Staaten abgehört haben sollen. Diesmal will der Bundesrat mehr wissen als früher und hat eine Untersuchung angekündigt. Das Unwissen der Schweizer Behörden erstaunt aber manche Journalisten und Schweizer Security-Experten. So wurden erste Recherchen zur Crypto AG bereits 1996 veröffentlich. Wir haben uns an den Swiss Cyber Security Days auch bei Spezialisten zur Affäre umgehört. Ihre Meinung: "Wer heute noch eine Blackbox verkauft, ist verdächtig."

Bern vergibt wieder freihändig an Bedag

Das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO) hat den Zuschlag für den Betrieb von ICT-Anwendungen im RZ und damit verbundene Dienstleistungen vergeben. Wie zuletzt ging der Zuschlag an den kantonseigenen Dienstleister Bedag. Der Auftrag wird für die zwei Jahre 2020 und 2021 vergeben im Umfang von je rund 55 Millionen Franken. Eine öffentliche Ausschreibung der Aufträge sei erst möglich, sobald die Anwendungen im Rahmen des normalen Software-Lebenszyklus durch neue abgelöst würden und daher ohnehin eine Migration stattfinden müsse, so das KAIO zur Auftragsvergabe.

Was ist heiss in der Enterprise-IT?

Laut einer Umfrage des Identity- und Access-Management-Anbieters Okta ist der Cloud-Data-Warehouse-Service von Snowflake derzeit das mit Abstand trendigste Tool, das Unternehmen verwenden. Seine Verbreitung unter Okta-Kunden hat sich 2019 beinahe verdreifacht. Die zweite Stelle auf der Aufsteigerliste belegt das Incident-Management-Tool Opsgenie, das seit 2018 Atlassian gehört. Die Google Cloud Platform auf Rang drei war der am schnellsten wachsende Public-Cloud-Service.

Beschaffung des Astra auf dem Prüfstand

Die Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) hat überprüft, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) Leistungen beschafft. Im Bereich Informatik gab es Lob. In früheren Jahren waren diverse IT-Projekte des Amtes in die Schlagzeilen gekommen, weil die Kosten aus dem Ruder liefen. So das IT-Projekt zur zentralen Verwaltung aller Strassendaten (Mistra) oder das Informationssystem Verkehrszulassung (IVZ). Doch EFK-Empfehlungen und amtseigene Lehren haben offenbar gefruchtet. Schon in der Konzeptphase würden heute Kosten-Nutzen-Analysen durchgeführt. Was im ICT-Bereich von der EFK hingegen kritisiert wird, ist die amtsinterne Technologie, um Beschaffungen durchzuführen.

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