IT-Zukunft in der Kristallkugel

25. Oktober 2012, 10:22
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Gartner sagt voraus: Personalprobleme für Big Data, Unternehmen werden Windows 8 aussitzen, asiatische Firmen schaffen IT-Jobs in Europa, und vieles mehr.

Gartner sagt voraus: Personalprobleme für Big Data, Unternehmen werden Windows 8 aussitzen, asiatische Firmen schaffen IT-Jobs in Europa, und vieles mehr.
Das IT-Marktforschungsinstitut Gartner versucht wieder einmal einen Blick in die Zukunft und hat einige Prognosen für IT-Abteilungen und Anwender für die kommenden Jahre veröffentlicht. Das grosse Thema, das die IT-Welt diese Woche beschäftigt, ist Windows 8. Gartner ist allerdings schon vor einiger Zeit zur Überzeugung gelangt, dass Windows 8 in der Unternehmens-IT nur eine geringe Rolle spielen wird. Diese Haltung bekräftigt der Marktforscher nun ein weiteres Mal: Mindestens neun von zehn Unternehmen werden bis 2015 eine breitere Einführung von Windows 8 umgehen, so die Prognose. Microsoft sei zwar gezwungen gewesen, sich der aktuellen Realität der "Touch"-Bedienung anzupassen und versuche nun natürlich, das neue Interface auch Unternehmen schmackhaft zu machen. Diese seien dazu aber noch nicht bereit, meint Gartner. Die überwältigende Mehrheit werde abwarten und die Entwicklung vorerst aus der Ferne beobachten.
Big Personalprobleme
Eine Technologie, die vor allem Grossunternehmen lieber gestern als morgen einführen möchten, ist dagegen "Big Data". Die Analyse von sehr grossen Datenbeständen soll es ermöglichen, bessere Erkenntnisse für Unternehmsstrategie und -Taktik zu gewinnen und damit unmittelbare wettbewerbsvorteile bringen. Hierbei wittert Gartner allerdings grosse Personalprobleme. Die Ressourcen fehlen dabei weniger bei der Implentation der Technologie, als für die Interpretation der erhofften Ergebnisse. Dafür braucht es nicht nur viele Leute mit neuen Skills im Bereich Datenmanagement und Analyse, sondern beispielsweise auch Künstler und Designer, um die Daten zu visualisieren. Big Data könnte bis in drei Jahren weltweit 4,4 Millionen Jobs schaffen, sagt Gartner - aber nur ein Drittel davon wird auch besetzt werden können.
IT-Jobs aus dem Osten
Asiatische Unternehmen, vor allem aus China und Indien, dringen immer mehr in westliche Märkte vor. In drei Jahren werden beispielsweise drei der fünf grössten Hersteller von mobilen Geräten aus China stammen, glaubt Gartner. Traditionelle Anbieter würden im High-end nicht mit Apple und Samsung mithalten können, und im übrigen Geschäft von aggressiven neuen Konkurrenten wie Huawei oder ZTE unter Druck gesetzt.
Der Vormarsch der asiatischen Unternehmen hat auch Auswirkungen auf die IT-Szene in unserer Region. In zwei Jahren, so Gartner, werde bereits eine Mehrheit der neuen IT-Jobs in grossen westeuropäischen Märkten von asiatischen Firmen geschaffen werden. Diese aufstrebenden Unternehmen aus dem Osten brauchen das IT-Personal, um ihr Wachstum sicherzustellen. Die westlichen Firmen drücken derweil aufgrund der wirtschaftlichen Lage auf die Ausgabenbremse und setzen zudem vermehrt auf "industrialisierte" IT-Lösungen, was ihren Personalbedarf weiter senkt.
Gleichzeitig, so Gartner, wird die Europäische Union allerdings bis 2014 neue Bestimmungen einführen, um Jobs in der Region zu behalten, was Offshoring bis 2016 um 20 Prozent reduzieren werde.
Geräte werden klug, Business Transformation wird zum Spiel
Bisher "dumme" Geräte von Getränkeautomaten über medizinische Geräte und Autos bis zum Parkingmeter werden mit integrierten Computern und Software zunehmend "smart" gemacht. Dies treibt auch die Ausgaben, um diese smarten Geräte in die Unternehmens-IT einzubinden, in die Höhe. Bis 2014, so Gartner, werden dadurch bedingten Softwareausgaben um ein Viertel steigen.
Auch im Consumermarkt, so prognostiziert Gartner, werden smarte Geräte in den nächsten Jahren flächendeckend Einzug halten, unter anderem in Form von "tragbarer" Elektronik. Schuhe, Kleider, Uhren, Handtaschen, andere Accessoires und sogar Tattoos: Fast alles, was man mit sich herumtragen kann, wird auch mit IT-Komponenten ausgestattet werden. 2016, so Gartner, wird dies bereits ein 10-Milliarden-Dollar-Markt sein.
Um sich all diesen Entwicklungen anzupassen, müssen sich Unternehmen dauernd neu erfinden. Business Trasformation" ist aber oft eine mühselige Sache. Initiativen scheitern regelmässig mangelndem Engagement von Management und Mitarbeitenden. Ein Hoffnungsträger, um dies zu ändern, ist "Gamification": Die Umsetzung entsprechender Initiativen soll für die Menschen zum "Spiel" werden, bei dem sie dauernd Feedback erhalten, über ihre Resultate informiert und für gutes Abschneiden auch belohnt werden. Bis 2015, glaubt Gartner, werden schon 40 Prozent der Top-100 Unternehmen Gamification als Hauptantreiber für Business-Transformation-Projekte nützen. Die Ausgaben dafür werden sich bis 2016 gegenüber heute mehr als verzehnfachen, so der Marktforscher, und knapp 3 Milliarden Dollar erreichen. (Hans Jörg Maron)

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