ITPoint kauft becom, becom kauft ITPoint

6. August 2008, 15:03
  • itpoint
  • ibm
image

Der IBM-Spezialist ITPoint übernimmt zu einem nicht genannten Preis becom. Die becom-Mutter TDMI beteiligt sich im Gegenzug mit einer Minderheit an ITPoint.

Der IBM-Spezialist ITPoint übernimmt zu einem nicht genannten Preis becom. Die becom-Mutter TDMI beteiligt sich im Gegenzug mit einer Minderheit an ITPoint.
Massive Konsolidierung in der IBM-Resellerszene. ITPoint übernimmt zu einem nicht genannten Preis den Rotkreuzer Server- und Storage-Spezialisten becom. Es entsteht ein High-End-Reseller mit starken Kompetenzen im Business mit ERP-Infrastrukturen und immerhin 40 Mitarbeitenden.
ITpoint bezahlt den Kaufpreis ganz oder teilweise (so genau wollte es uns ITpoint-Chef Roland Singer nicht sagen) in Aktien der eigenen Firma. Doch TDMI, die holländisch-deutsche Mutter von becom, wird "weniger als 40 Prozent" der Aktien von ITpoint halten und keinen Einsitz in der Verwaltungsrat nehmen, wie Singer gegenüber inside-channels.ch betonte. ITpoint werde "schweizerisch bleiben" so Singer. Auch will er - zumindest in der erste Phase - die Marken becom und Inforsacom, unter der becom das Nicht-IBM-Storagegeschäft betrieb, weiterleben lassen. "Wir wollen Inforsacom eher stärken," so Singer.
becom habe eben alles (Verkaufsmannschaft, Backoffice) gehabt, was ITpoint gefehlt habe, erklärt Singer den nachvollziehbaren Schritt.
Was will TDMI?
Weniger nachvollziehbar ist der Verkauf von becom durch TDMI. Schliesslich verkündete die holländische Holding, die versucht, in rasender Eile einen paneuropäischen Systemintegrator (becom, Inforsacom, Comparex, Arxes) zusammenzuzimmern, noch vor einem Jahr, man wolle auch in der Schweiz Firmen zukaufen.
Doch weder die Übernahme von Tradeware (ein Gerücht, aber ein gutes) noch der Kauf von ITpoint scheint gelungen zu sein. Zieht sich TDMI damit aus der Schweiz zurück? Kurt R. Meier, der bisherige becom-Chef wird künftig TDMI Schweiz im Mandat leiten, verneint dezidiert. Mit der Beteiligung an ITpoint wollte TDMI im Gegenteil in der Schweiz wachsen.
ITpoint werde die Ressourcen von TDMI (becom) Deutschland zum Beispiel beim Erbringen von 24 x 7-Dienstleistungen nützen und becom werde mit ITpoint wieder "mehr eine Schweizer Firma, aber mit einer Brücke in die multinationale Gruppe," sagte Meier zu inside-channels. Die Strategie von TDMI sei in der Schweiz nicht gescheitert, betont Meier, sondern "wird gestärkt."
Mag sein, dass Kurt Meier recht hat und sich TDMI tatsächlich nicht aus der Schweiz zurückzieht. Ebenso möglich ist, dass TDMI das Abenteuer Schweiz beendet und mit den Aktien von ITpoint wenigstens etwas werthaltiges in die Bilanz nehmen will. Weder bei der TDMI Holding in Holland noch am deutschen Hauptsitz wurde unsere Bitte um Rückruf beantwortet. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Maersk und IBM stampfen Logistik-Blockchain ein

Die "Tradelens"-Blockchain wurde einst als Paradebeispiel einer kommerziellen Blockchain-Anwendung beworben.

publiziert am 1.12.2022
image

Genfer Kantonalbank gewinnt erneut im Rechtsstreit gegen IBM

Im jahrelangen Gezanke um einen IT-Vertrag hat die BCGE die nächste Hürde genommen. Nun kann nur noch das Bundesgericht IBM vor der Zahlung von 46,8 Millionen bewahren.

publiziert am 25.11.2022
image

Bosch will mit IBM-Quanten­computing ökologischer werden

Der deutsche Zulieferer will durch Materialsimulationen auf Quantencomputern innerhalb von 10 Jahren Edelmetalle und Seltene Erden ersetzen können.

publiziert am 10.11.2022
image

Kyndryl kann sich ein wenig erholen

Im 2. Quartal sank der Gesamtumsatz auf 4,1 Milliarden Dollar. Die IBM-Ausgliederung macht aber dennoch Fortschritte: Kyndryl konnte den Nettoverlust massiv zurückschrauben.

publiziert am 3.11.2022