iTunes: Apple hört mit

12. Januar 2006, 12:10
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Raffinierte Massnahme zur Verkaufsförderung weckt Bedenken.

Raffinierte Massnahme zur Verkaufsförderung weckt Bedenken.
Die neueste Version (6.0.2) von iTunes, Apples Software zum Abspielen von Musik, übermittelt Daten an Apple ohne die Anwender zu informieren. Hört man sich ein Musikstück mit der neuen Version von iTunes an, so öffnet sich ein kleines Fenster, der so genannte "MiniStore", in dem weitere Musikstücke ähnlicher Art zum Anhören (und Kauf) vorgeschlagen werden. Dieses Feature ist standardmässig in der Software aktiviert - man kann es aber auch ausschalten.
Offensichtlich sendet iTunes Angaben über die gerade gespielten Musikstücke, egal wo sie gekauft oder getauscht wurden, an den Internet-Laden von Apple, der dann automatisch eine Liste mit ähnlichen Musikstücken an die Software zurück schickt.
Besonders stossend: Apple weist in den Lizenzbedingungen nicht klar darauf hin, dass die Software ungefragt eine Internet-Verbindung zu Apple aufbaut und Daten über das Verhalten des Nutzers sendet. Apples Freude am Datensammeln ist nicht überall auf Begeisterung gestossen. Das böse Wort "Spyware" macht die Runde.
Eine detaillierte Beschreibung von Apples Freude am Datensammeln findet sich im Internet-Tagebuch des Journalisten und Buchautors Marc Garrett. (Christoph Hugenschmidt)

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