IWB und Swisscom bauen Glasfasernetz für 170 Millionen

19. Februar 2010, 15:02
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Swisscom übernimmt 60 Prozent der Kosten in Basel.

Swisscom übernimmt 60 Prozent der Kosten in Basel.
Nach einem anfänglichen Hickhack haben Swisscom und die Industriellen Werke Basel (IWB) nun Nägel mit Köpfen gemacht. Zwar einigte man sich bereits vor fast einem Jahr auf einen gemeinsamen Glasfasernetzbau, doch erst jetzt wurde ein Vorvertrag unterzeichnet.
Damit wird in der Stadt Basel für insgesamt zirka 170 Millionen Franken ein ultraschnelles Glasfasernetz bis in die Haushalte gebaut. Die Gesamtkoordination für Bau und Betrieb soll bei den IWB sein. Swisscom wird sich laut einer Mitteilung mit 60 Prozent an den Gesamtinvestitionen beteiligen, also mit 102 Millionen Franken. Das ist fast doppelt so viel, wie 2008 von Swisscom offeriert worden war (58 Millionen). Die restlichen 40 Prozent übernehmen die IWB.
Die Netznutzung der beiden Parteien wird ebenfalls in diesem Verhältnis erfolgen. Ein Ausgleichsmechanismus wurde vereinbart, falls die reale Netznutzung eines Partners den Investitionsanteil überschreitet. Damit soll sichergestellt werden, dass alle das Basler Glasfasernetz diskriminierungsfrei nutzen können, also "mit gleich langen Spiessen".
Bezüglich der Finanzierung ist aber noch nicht alles unter Dach und Fach. Bis April wird das Geschäft im IWB-Verwaltungsrat behandelt. Wenn der VR zustimmt, geht das Geschäft an die Basler Regierung und den Kantonsrat.
Vier Fasern
Es werden vier Fasern bis in jede Nutzungseinheit (Wohnung, Haus oder Gewerberäume) verlegt. Die bis anhin in Basel von Swisscom und IWB verlegten Glasfaserleitungen und die bereits vorhandene Leerrohr-Infrastruktur beider Partner werden im Zuge der Kooperation genutzt. Die IWB wollen eine 100-prozentige Tochtergesellschaft gründen, die mit Swisscom auf Basis des Vorvertrages einen Kooperationsvertrag für den Bau des Glasfasernetzes abschliessen soll.
Die Kabel im Kernnetz, dem so genannten Feeder-Bereich, werden zu 100 Prozent im Eigentum von Swisscom sein. Im IWB-Eigentum werden sich die Anschlussnetzkabel bis zu den Gebäuden und Wohnungen befinden. Beide Parteien räumen sich gegenseitig ein unentziehbares und uneingeschränktes Nutzungsrecht (IRU) für eine Glasfaser pro Nutzungseinheit für 30 Jahre ein. (mim)

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