iX Swiss Datacenter: Die Pläne, die Investoren

1. Februar 2013, 14:51
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Im Januar hat der neuste Player im Markt für Rechenzentren die neuen Büros an der Brandschenkestrasse mitten in Zürich bezogen. Gestern trafen sich 200 Neugierige zur Einweihungsparty.

Im Januar hat der neuste Player im Markt für Rechenzentren die neuen Büros an der Brandschenkestrasse mitten in Zürich bezogen. Gestern trafen sich 200 Neugierige zur Einweihungsparty.
Vor dem ehemaligen Rechenzentrum (RZ) der Bank Julius Bär herrschte gestern bei strahlendem Wetter reges Treiben. Rund 200 Gäste empfing ein wie immer bestens gelaunter Frits van der Graaff zur Eröffnung von iX Swiss Datacenter. Der RZ-Spezialist ist Ende 2012 wieder in den hiesigen RZ-Markt mit einem eigenen Unternehmen eingestiegen, wie inside-it.ch berichtete.
Bei der Führung durch die künftigen RZ-Räume war allerdings ausser den alten, von Julius Bär aufgegeben Räumen, noch nichts zu sehen von dem, was in zwei Monaten betriebsbereit sein soll. iX Swiss verspricht dennoch: Mit Hilfe von Hans Jörg Rütsche, technischer Leiter der als Dienstleister im RZ-Bau tätigen ADC-TEC Group, sollen die Räume fristgerecht auf dem neusten Stand sein.
Nun auch in Bern mit einem RZ
Gleichzeitig liess van der Graaff inside-it.ch wissen, dass er neben den bisherigen RZs in Zürich und Genf nun auch von Swisscom IT Services (SITS) das ehemalige Ostermundiger RZ an der Poststrasse mit rund 2000 Quadratmetern Fläche für zehn Jahre gemietet hat. Wobei die Option besteht, den Vertrag zweimal um fünf Jahre zu verlängern. Laut SITS-Sprecher Martin Schweikert sei der Standort "aufgrund des höheren Energieverbrauchs als ein modernes RZ" aufgegeben worden. Swisscom will bekanntlich 2014 in Bern Wankdorf ein 100 Millionen Franken teures modernes RZ fertiggestellt haben.
Die Kritik an dem Konzept, alte RZs zu erneuern und zu betreiben, kontert van der Graaff so: "Wir setzen an allen Standorten auf einer guten Basis auf und werden alle nötigen Infrastrukturteile erneuern." In der Tat scheint zumindest in Sachen Sicherheit wenig Nachholbedarf. Das RZ an der Brandschenkenstrasse etwa liegt im vierten Untergeschoss des Bürogebäudes. Und USV, Diesel und Kältemaschinen sollen mit den einziehenden Kunden sukzessive auf den neusten technischen Stand gebracht werden. So werde man die bestehenden Nachteile der Altbauten nach und nach zu einem Vorteil wandeln, wie van der Graaff erklärt.
Diese Leute finanzieren iX Swiss Datacenter
Die dafür nötige Finanzierung wird über die Triba-Bank in Triengen sichergestellt. Und die RZ-Neulinge betonen, dass man bei Triba das RZ-Potential in der Schweiz sehr realistisch einschätzen könne.
Van der Graaffs neue Firma wird von einem Konsortium namens "7 Invest" getragen. Dahinter stehen die Brüder Patrik und Stefan Fischer aus Triengen. Dem ersten gehört die Baufirma Fischer Bauservice GmbH und dem Zweiten die Immobilientreuhand F.Fischer AG. Beide begnügen sich aber nicht nur als Investoren, sondern engagieren sich aktiv bei iX Swiss: Patrik Fischer amtet als Technik- und Stefan Fischer als Finanzchef. Zu den 7-Invest-Geldgebern gehören ausserdem Erich Troxler vom IT-Netzwerkdienstleister Computerline sowie Adrian Kälin und Mauro Autino von Akku- und Batteriespezialisten Swiss Point. Dazu kommt Miguel Fonollosa, der unter anderem an der Schweizer Botschaft in Polen und beim Ex- und Import-Förderer OSEC für den Swiss Business Hub Polen gearbeitet hat. Als VR-Präsident amtet Gregor Hirsiger von der gleichnamigen Kaminfeger-, Klima- und Wärme-Firma in Meggen.
Und die Kunden?
Der Aktivismus von van der Graaff lässt keinen Zweifel daran, dass neben den bereits vertraglich gesicherten 100 Quadratmetern RZ-Fläche für den Berner Systemintegrator und Outsourcer "e globe technologies" in der Brandschenkenstrasse auch die derzeit erst mündlich zugesagten Mietverträge für 600 Quadratmeter bald unter Dach und Fach sein werden. Die Büros sind jedenfalls schon renoviert und nach der gestrigen Party hat van der Graaff nun erneut Offert-Anfragen zu beantworten, wie er gegenüber inside-it.ch sagte. (Volker Richert)

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