"Jahr-2010-Bug" geistert herum

5. Januar 2010, 15:04
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Spamfilter und EC-Karten machen Probleme. Auch Microsoft, Symantec und Cisco sind betroffen.

Spamfilter und EC-Karten machen Probleme. Auch Microsoft, Symantec und Cisco sind betroffen.
Was vor zehn Jahren das IT-Thema Nummer eins war, wird nun wieder aktuell. Offenbar reagieren IT-Systeme fehlerhaft auf die aussergewöhnliche Datumsumstellung. Zurzeit sind die Pannen zwar nur punktuell und sehr unterschiedlich – trotzdem sprechen einschlägige Medien von einem "Jahr-2010-Bug".
Angefangen hat es mit einem Fehler des Mail-Filters SpamAssassin. Gewisse Versionen des Spam-Filters behandeln Nachrichten, die nach dem 31.12.2009 versendet wurden, dummerweise als Spam. Der Fehler wurde zwar bereits seit längerem in einer Filterregel behoben, doch viele User erhielten das Update nicht automatisch.
Schwerwiegender scheint hingegen das Problem mit den EC-Karten zu sein. Ein Programmierfehler in einer bestimmten Chip-Produktionslinie führte dazu, dass viele Karteninhaber weder Geld abheben noch bezahlen konnten. Das Problem scheint vor allem in Deutschland bei Karten mit sogenannten EMV-Chips aufzutreten gab es aber auch in Australien Probleme beim Bezahlen mit Debit-Karten, und zwar weil die Terminals aufgrund eines Programmierfehlers glaubten, dass das Jahr 2016 erreicht sei. "Karte abgelaufen", hiess es dann.
Doch damit nicht genug. Besitzer von Windows-Mobile-Smartphones beklagen sich über SMS, die auf das Jahr 2016 vordatiert werden. Microsoft arbeitet an einer Lösung des Problems. Gemäss 'heise.de' konnten Spekulationen, dass die Fehlerinterpretation der Dezimalzahl 10 als Hexzahl (10h = 16d) die Ursache für das Problem sei, bisher nicht bestätigt werden. Probleme melden gemäss 'heise.de' auch andere IT-Grössen: Symantec kämpft mit Signaturen, die ab dem 1.1.2010 "out of date" sind und Cisco plagt sich mit abgelaufenen Cookies herum.
Wir von inside-it.ch und inside-channnels.ch schliessen nicht aus, dass unsere gestrigen Startschwierigkeiten (bzw. jene unseres Mail-Providers) auch mit dem Datumswechsel in Zusammenhang stehen. Immerhin scheint sich die Situation mittlerweile normalisiert zu haben. Wirklich gravierende Probleme sind hierzulande offenbar (noch) nicht aufgetaucht. (mim)

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