Jazoon '14: Softwareentwicklung im Umbruch

23. Oktober 2014, 08:14
  • technologien
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Entwickler und Business, was man bei der Gründung eines Start-Ups lernt, Softwareentwicklung für das Internet of Things und vieles mehr von der Jazoon '14. Ein Bericht von Nicolas Bär.

Entwickler und Business, was man bei der Gründung eines Start-Ups lernt, Softwareentwicklung für das Internet of Things und vieles mehr von der Jazoon '14. Ein Bericht von Nicolas Bär.
Gleich zu Beginn der Jazoon '14 machte Gunter Dueck (Foto) in seiner Keynote zur Eröffnung deutlich, dass sich das Berufsbild des Softwareentwicklers bald radikal ändern wird, weil eine zunehmende Integration des Berufs in die Wirtschaftswelt zu beobachten ist. Automatisierung und Outsourcing führten dazu, dass rein technisches Fachwissen künftig nicht mehr ausreichen wird. Entwickler werden sich zunehmend mit neuen Prozessen und Strukturen auseinanderzusetzen haben und sich neue Verhaltensweisen aneignen müssen. Ein Beispiel dafür, dass diese Entwicklung bereits im Gang ist, bot die Präsentation von Marcel Buch. Seine Vision ist die Gestaltung intelligenterer Entwicklungsumgebungen auf der Basis von crowdsourcing-Ansätzen. Dadurch soll die Effizienz von Entwicklern beispielsweise im Umgang mit unvollständig dokumentierten Frameworks erhöht werden: Hier können öffentliche Code Snippets eingesetzt oder Empfehlungen eingeblendet werden.
Am Nachmittag begeisterte Dorian Selz mit einem erfrischend ehrlichen, persönlichen und emotionalen Bericht über seine Erfahrungen bei der Entwicklung eines Start-Ups. Der Entrepreneur teilte mit dem Publikum "10 things learned while building a business on Big Data". Eine technische Perspektive auf Big Data bot dann Thomas Wuerthinger. Er präsentierte eine virtual-machine-Architektur, in welcher es möglich ist, verschiedene Programmiersprachen zu kombinieren und somit deren Stärken auszuschöpfen, ohne dabei an Performance zu verlieren. Damit kann ein zentrales Problem von large-scale-Applikationen angegangen werden.
Stefan Burschka schliesslich skizzierte zur Vorbereitung auf einen Workshop in deren Anwendung verschiedene Methoden, um die Angriffsvektoren selbst sicherer und verschlüsselter Netzwerke auszumachen und so Schwachstellen zu analysieren. Den ersten Tag beschloss Max Rydahl Andersen, der aufzeigte, mit welchen Änderungen an der Entwicklungsumgebung Eclipse man diese für die Entwickler von Mobile Apps attraktiver machen möchte. Abweichungen von Webstandards werden künftig von der Umgebung toleriert, so dass aufkommende Frameworks wie AngularJS, die diese Standards ebenso missachten, besser unterstützt werden.
Das "Internet of Things" war Thema in Mike Milinkovichs Keynote zum Start des zweiten Tags. Die Vision, dass bald alle Dinge im Haushalt untereinander vernetzt sein werden, rief beim Publikum vor allem Sicherheitsbedenken bezüglich der privaten Daten hervor, die Milinkovich mit dem Begriff "Intranet of Things" konterte. Ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Java kündigte sich in Mario Fuscos exzellentem, aber herausforderndem Talk an: Er stellte Wege vor, wie bestehende Patterns funktional ausgedrückt werden können. Steve Poole appellierte an sein Publikum, dass es endgültig an der Zeit sei, DevOps einzuführen. Nur mit einer so verbesserten Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Operations könne man der Anforderung eines Business' gerecht werden, dass Features so schnell als möglich zur Verfügung stehen.
Der "Best Talk"-Award ging dieses Jahr verdient an Ognen Ivanovski. Er stellte eine Fahrplan-App vor, die die statischen Informationen eines Fahrplans mit der Real-Time-Analyse der aktuellen Verkehrssituation verknüpft, und verstand es, dem Publikum die komplexe und durchdachte Architektur dieser App und des dahinterliegenden Services anschaulich und verständlich zu vermitteln. Manfred Steyer zeigte in der letzten Präsentation auf, welche Probleme bei der Einbindung von Single Sign-On entstehen können. Diese ergeben sich daraus, dass die Protokollstandards für spezifische Use-Cases jeweils erweitert werden müssen. (Nicolas Bär)
(Interessenbindung: inside-it.ch ist Medienpartner der Jazoon)

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