Jeder fünfte Europäer surft per Breitband

19. März 2008, 13:36
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Und ungefähr jeder dritte Schweizer. Neue Zahlen der EU.

Und ungefähr jeder dritte Schweizer. Neue Zahlen der EU.
Obwohl die Zahl der Breitbandzugänge ins Internet zunimmt, sind sie auch in den entwickelten Ländern Europas noch längst nicht die Norm. Gemäss einem aktuellen EU-Bericht ist die Zahl der Breitbandanschlüsse in den Ländern der Europäischen Union im Laufe des Jahrs 2007 von 80 Millionen auf 99 Millionen gestiegen. Der Anteil der Haushalte, in denen per Breitband gesurft wird, ist seit Mitte 2007 um 1,8 Prozentpunkte gewachsen und erreichte im Schnitt aller EU-Länder 20 Prozent. Der Umsatz mit Breitbandinternet stieg von 58,5 Milliarden Euro 2006 auf 62 Milliarden Euro im letzten Jahr.
Wie die EU-Kommission weiter feststellt, hat sich der Abstand zwischen den Ländern mit der niedrigsten und den Ländern mit der höchsten Verbreitung von Breitbandanschlüssen in diesem halben Jahr weiter erhöht. Ganz vorne liegt Dänemark (35,6 Prozent Breitbandpenetration), vor Finnland (34,6 Prozent), Holland (34,2 Prozent) und Schweden (31,2 Prozent). Am Ende der Rangliste findet man Bulgarien mit 7,6 Prozent Breitbandpenetration.
Für die Schweiz gibt es leider keine aktuellen Zahlen der EU. Mitte 2007 wurde unser Land mit 30,7 Prozent Breitbandsurfern nur von Dänemark und Holland übertroffen. Damit dürfte die Schweiz auch jetzt weiterhin in der Spitzengruppe in Europa und deutlich vor den Nachbarländern Deutschland (aktuell 23,8 Prozent), Frankreich (23,3 Prozent), Österreich (19,0 Prozent) und Italien (17,1 Prozent) liegen.
Der Grad der Breitbandpenetration sollte nicht mit der Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen verwechselt werden. Die DSL-Verfügbarkeit liegt zum Beispiel EU-weit bei 89,3 Prozent (94 Prozent in den Städten, 71,3 Prozent in ländlichen Gebieten).
Die für den Telco-Sektor zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding kritisiert in ihrem Kommentar zu diesen Zahlen den ihrer Ansicht nach weiterhin mangelhaften Wettbewerb: "Das regulatorische Modell in Europa hat den Zweck, den Konkurrenzkampf im Telekom-Markt zu erhöhen, und das beginnt sich auch auszuzahlen. Trotzdem ist unser Job noch lange nicht getan. Der Wettbewerb bei Festnetzzugängen ist weiterhin beschränkt, und er wird für 86,5 Prozent der Kunden immer noch über die Infrastruktur der früheren Staatsbetriebe angeboten. Und obwohl Telekommunikationstechnologien eigentlich keine Grenzen kennen, erzielen die grossen Anbieter in Europa erst 30 Prozent ihres Umsatzes ausserhalb ihrer jeweiligen Heimmärkte." (hjm)

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