Jedes sechste Notebook schon im ersten Jahr defekt

27. Juni 2006, 09:21
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Desktops und Notebooks sind in den letzten beiden Jahren immerhin etwas zuverlässiger geworden, sagt Gartner.

Desktops und Notebooks sind in den letzten beiden Jahren immerhin etwas zuverlässiger geworden, sagt Gartner.
PCs leben nicht ewig, und manchmal ist ihr Abgang ziemlich spektakulär. Die Zuverlässigkeit sowohl von Desktop-PCs als auch von Notebooks ist aber gemäss Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner in den letzten beiden Jahren deutlich grösser geworden. Gerade ein Inbegriff der Zuverlässigkeit sind aber vor allem Notebooks immer noch nicht.
Gartner hat in einer aktuellen Studie aufgrund von Angaben einiger Hersteller – die meisten Hersteller rücken solche Zahlen gar nicht heraus – sowie Angaben vieler Kunden und Service-Center die durchschnittlichen jährlichen Defektraten von Desktops und Notebooks unter die Lupe genommen. Die Marktforscher verglichen dabei für beide Klassen die Ausfallraten von Geräten, die zwischen 2003 und 2004 gekauft wurden mit den Defektraten von Geräten aus den Jahren 2005 und 2006. (Als "Defekt" zählt Gartner jeden Schadensfall, der den Austausch eines Teils nötig macht, vom klemmenden Notebook-Scharnier bis zum kaputten Motherboard.)
Etwa 25 Prozent weniger Defekte
Fazit: Desktops der Jahrgänge 2003 und 2004 hatten gemäss Gartner eine Defektrate von 7 Prozent im ersten Jahr. Im vierten Jahr des Gebrauchs steigt die Rate auf 15 Prozent. Bei den Desktops aus den letzten beiden Jahren liegt die durchschnittliche Defektrate im ersten Jahr nur noch bei 5 Prozent. Im vierten Jahr, so die Prognose Gartners, wird diese Rate 12 Prozent betragen.
Auch bei Notebooks hat sich die Situation verbessert, insgesamt sind sie aber noch deutlich anfälliger - hier gibt es noch viel Raum für Verbesserungen durch die Hersteller. Für die älteren Notebooks errechnet Gartner eine Defektrate von 20 Prozent im ersten und 28 Prozent im vierten Jahr. Bei den Notebooks aus den letzten beiden Jahren gab es noch bei 15 Prozent, also bei fast jedem sechsten Notebook, einen Defekt im ersten Jahr. Im vierten Jahr dürfte die Defektrate gemäss Gartner bei 22 Prozent liegen.
IT-Leiter, vor allem wenn sie grössere Mengen von PCs in ihrem Unternehmen verwalten, sollten die Defektraten im Auge behalten und statistisch erfassen, rät Gartner. Wenn die Finanzchefs einmal auf die Defektraten aufmerksam würden, so meint Gartner-Expertin Leslie Fiering, werde es auch bald Druck auf die IT-Chefs geben, ungewöhnlich häufige Defekte zu erkennen und so die Hersteller in die Pflicht nehmen zu können.
Mehr Motherboard-Defekte
Bei den Ausfällen, so die Studie, gibt es ein generelles Muster: Viele Defekte treten sehr schnell schon in der ersten "Shakeout"-Periode eines Geräts auf. Nach etwa 60 bis 90 Tagen fällt die Defektrate dann auf einen normalen Level.
Während bei Desktops die Defekte allgemein seltener geworden sind, wird heute öfter der (teure) Ersatz eines ganzen Motherboards nötig. Leslie Fiering erklärt dazu: "Die Zahl der Motherboard-Austausche ist gestiegen, weil immer mehr Komponenten darauf integriert werden. Teile wie Modems oder Netzwerkkarten können heute nicht mehr einzeln ersetzt werden." neben den Motherbooards müssen festplatten am häufigsten ersetzt werden.
Bei Notebooks war früher der Bildschirm das mit Abstand defektträchtigste Teil. Das hat sich stark geändert. "Mit der Zeit haben die Hersteller das Design stark verbessert. Die Gehäuse sind heute steifer und der Abstand zwischen Tastatur und Bildschirm bei einem geschlossenen Notebook wurde vergrössert", so Fiering. Wie bei den Desktops sind heute auch bei den Notebooks die Motherboards und die Festplatten für die meisten Defekte verantwortlich. Danach folgen Gehäuseschäden (Scharniere und Verschlüsse sind speziell anfällig), Defekte an den Tastaturen und erst dahinter Schäden an den Bildschirmen. (Hans Jörg Maron)

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