Jens Alder: "Sunrise ist weder effizient, noch besonders agil"

2. Juli 2009, 15:10
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Für Ex-TDC-CEO Jens Alder ist die starke Stellung von Swisscom nur bedingt schuld am mangelnden Wachstum von Sunrise. Wesentlicher Teil des Problems seien Führungsmängel.

Für Ex-TDC-CEO Jens Alder ist die starke Stellung von Swisscom nur bedingt schuld am mangelnden Wachstum von Sunrise. Wesentlicher Teil des Problems seien Führungsmängel.
Rein logisch gesehen stehe Sunrise irgendwann einmal zum Verkauf, denn aus Sicht der Muttergesellschaft TDC und deren Eigentümern sei Sunrise eine reine Finanzbeteiligung, sagte Alder in einem Interview mit dem Magazin 'Bilanz'. Gemäss dem Vorabbericht des Nachrichtendienstes AWP kommen laut dem ehemaligen Swisscom- und TDC-Chef sowohl reine Finanzinvestoren als auch andere Telekomanbieter, mit Ausnahme der lokalen Konkurrenz, als mögliche Käufer in Frage. Ob TDC mit Sunrise ein gutes Geschäft gemacht habe, werde sich aber erst im Nachhinein herausstellen. Alder schätzt diese Wahrscheinlichkeit allerdings als äusserst gering ein.
Alder, der im Januar 2010 sein Amt als Verwaltungsratspräsident der Industriellen Werke Basel (IWB) antritt, erklärte auch, dass sich Sunrise mit Investitionen in Glasfasernetze weiter zurückhalten werde, denn: "Die Wette ist zu gross. Mit privatem Risikokapital rechnet sich das nicht". Auf diesem speziellen Markt seien alle Teilnehmer mehrheitlich oder ganz staatlich kontrolliert, so Alder weiter.
Von Sunrise scheint sich Alder lieber früher als später endgültig trennen zu wollen, denn sein dortiges Verwaltungsratsmandat sieht er nicht mehr als längerfristige Option. Er bleibe maximal bis Ende 2010. "Danach braucht es diese Rolle nicht mehr. Wenn ich schon vorher keinen Wert mehr beisteuern kann, dann gehe ich früher", erklärte er gegenüber der 'Bilanz'. Für Änderungen im Verwaltungsrat sieht Alder aber offenbar Bedarf, denn für ihn ist die starke Stellung der Swisscom und die späte Lieberalisierung des Schweizer Telekommarktes nur bedingt schuld am stagnierenden Sunrise-Marktanteil von 20 Prozent. Vielmehr lägen die Probleme bei Sunrise selber: "Es ist mit Sicherheit kein effizientes und angesichts der Grösse erstaunlicherweise auch kein besonders agiles Unternehmen", sagte er. "Insofern glaube ich schon, dass Führungsmängel ein wesentlicher Teil des Problems sind". Die Führung beginne beim Verwaltungsrat - sagte Verwaltungsrat Alder. (bt)

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