Jetzt kommt BW/4HANA. Was wird aus SAP BW?

1. September 2016, 13:35
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Ein Data Warehouse für digitale Geschäftsprozesse mit Echtzeitdaten - so positionieren die Walldorfer SAP BW/4HANA.

Ein Data Warehouse für digitale Geschäftsprozesse mit Echtzeitdaten - so positionieren die Walldorfer SAP BW/4HANA. Doch was wird aus dem klassischen SAP Business Warehouse?
"Wir haben SAP BW/4HANA auf die HANA-Plattform optimiert und in Richtung Realtime Data Warehouse weiterentwickelt", wirbt Stefan Sigg, Senior Vice President und Entwickler für den Bereich Analytics sowie Head of Analytics Deployment bei SAP. Das neue Produkt sei ein Next Generation Data Warehouse, mit dem sich digitalisierte Geschäftsprozesse in Echtzeit steuern liessen. Die Realtime-Analysen laufen über "ein neues Fundament für logisches Data Warehousing, welches Anwendern eine Interaktion mit historischen Informationen sowie Echtzeitdaten aus einer heterogenen IT-Landschaft heraus ermöglicht," so Sigg.
Algorithmen wandern zu den Daten
Mit BW/4HANA will SAP seine Vision eines Data Warehouse der nächsten Ge¬neration verwirklichen, das die Verschiebung und -duplikation von Daten erheblich reduziert. Möglich werde dies durch die Analyse von Daten an beliebigen Speicherorten, beispielsweise in einem Hadoop Data Lake mit der Engine SAP HANA Vora oder in heterogenen Systemen innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens. Unterschiedliche Datenformate werden laut Sigg im Hintergrund harmonisiert und für die Analyse aufbereitet. In-Memory-Analysefunktionen sowie das Ausführen von Algorithmen direkt in der Datenbank (Pushdown) sollen für eine hohe Geschwindigkeit sorgen.
SAP BW/4HANA integriert zudem Live-Streaming-Daten und von Sensoren erfasste, über das Internet der Dinge übermittelte Zeitreihendaten mittels Smart Data Streaming, einer Option zur Verarbeitung von Ereignisströmen in SAP HANA. Die Lösung eignet sich laut Sigg für unterschiedlichste Business-Szenarien, darunter auch die Analyse von Maschinendaten aus dem Internet oft Things und Predictive Analytics. Auch denkbar sind Szenarien wie selbstlernende, entscheidungsunterstützende Systeme oder auch maschinelles Forcasting in der Finanzbranche.
Heiss und kalt
In Kombination mit einem ausgereiften Temperaturmanagement sowie einem Komprimierungsprozess für heisse, warme und kalte Daten soll BW/4HANA Unternehmen die Speicherkosten senken. Die Temperatur-Analogie hatte erstmals der Data-Warehouse-Spezialanbieter Teradata 2011 bei dem damals vorgestellten Multi Temperature Data Warehouse verwendet. Daten, auf die Anwender besonders häufig zugreifen, gelten als "heiss" und wandern in den schnellsten Speicher.
Amazon Web Services und Hana Enterprise Cloud
Neben der klassischen Inhouse-Variante lässt sich SAP BW/4HANA laut Anbieter "ohne weitere Konfigurationsschritte" in Amazon Web Services sowie in der SAP HANA Enterprise Cloud implementieren. Optionen für weitere Cloud-Plattformen sollen folgen. Durch die enge Anbindung an die SAP BusinessObjects Cloud entstehe eine leistungsfähige Umgebung für Datenauswertung Visualisierung und Storytelling.
Hohe Erwartungen in Walldorf
Da das Business Warehouse laut Sigg einer der stärksten Treiber für den Einsatz von SAP HANA darstellt, erwartet SAP eine hohe Akzeptanz des neuen Produkts. Für Anwender von SAP BW will die SAP einen Migrationspfad erarbeiten Der Umstieg kann laut Sigg entweder über ein Add-On oder über eine Neuimplementierung erfolgen. Anwendern von SAP S/4 HANA stellen die Walldorfer branchentypisch vorkonfigurierte Modelle zur Verfügung. SAP S/4 HANA enthält bereits die In-Memory-Datenbank HANA mit der Komponente Embedded Analytics. Bereits damit ist ein Reporting aus dem operativen System in Echtzeit möglich. Das Anwendungsfeld für SAP BW/4HANA ist umfassender, weil sich damit Daten aus heterogenen Systemen zusammenführen und harmonisieren lassen. Viele Unternehmen nutzen zudem SAP BW als zentrale Reporting-Plattform.
Anwendervertreter fordern die Pflege des bisherigen SAP BW
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) begrüsst, dass SAP sich innovativer Technologien bedient, um sich und ihre Kunden für das digitale Zeitalter zu rüsten. Gleichwohl sind nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Marco Lenck aktuell Fragen nach der Weiterentwicklung des Bestandsprodukts SAP Business Warehouse unbeantwortet. Die DSAG macht sich daher dafür stark, dass SAP-Kunden auch in Zukunft Wartungsgebühren eine Weiterentwicklung von Bestandslösungen erhalten. "Wir erwarten von SAP zeitnah Antworten, wie es SAP Business Warehouse weitergeht und welche Unterstützung die SAP-Kunden erhalten, die in die neue Produktwelt eintreten wollen." (Jürgen Frisch)

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