Jobs-Nachfolge sorgt für Nervosität bei Apple

10. Januar 2011, 06:36
  • international
  • apple
  • nachfolge
image

Und: COO Tim Cook verdient am meisten, Jobs gar nichts aber doch viel mehr.

Und: COO Tim Cook verdient am meisten, Jobs gar nichts aber doch viel mehr.
Bei wohl keinem anderen grossen IT-Unternehmen ist das Image – und damit auch der Aktienkurs - so stark mit der Person des CEO verbunden, wie im Falle von Apple und seinem charismatischen Chef Steve Jobs. Dies macht auch die Suche nach einem valablen Nachfolger oder einer Nachfolgerin, wenn er einmal abtreten wird, umso heikler. Jobs ist zwar erst 56 Jahre alt, aber seine schwere Erkrankung vor zwei Jahren war ein lauter Warnschuss und sorgte für viel Aufregung.
Einige Aktionäre würden deshalb gerne genau wissen, was der Verwaltungsrat in Sachen Nachfolgestrategie tut und plant. In einem Antrag, den ein US-Pensionsfonds an der nächsten Generalversammlung vom 23. Februar zur Abstimmung bringt, wird eine komplette Offenlegung verlangt. Der VR soll seine Pläne zu einer allfälligen Nachfolgersuche detailliert festhalten und jährlich veröffentlichen. Dazu würden laut Antrag unter anderem Kriterien für die CEO-Position gehören, welche die Business-Strategie wiederspiegeln. Zudem soll der Verwaltungsrat erklären, welche unternehmensinternen Kandidaten als zukünftige CEOs in Frage kommen und wie man sie fördern will.
Der Verwaltungsrat ist kategorisch gegen diesen Antrag und empfiehlt seine Ablehnung. Man habe durchaus einen Plan zur Nachfolgeregelung für den CEO-Posten, der auch jährlich revidiert würde, versichert der VR. Die Veröffentlichung des Plans und der Kriterien aber würde Konkurrrenten Einblicke in Apples Strategie und damit einen grossen Vorteil verschaffen. Zudem könnte es schwieriger werden, Spitzenmanager zu rekrutieren und zu halten – das würde wohl vor allem die Manager betreffen, die sich entgegen der eigenen Träume nicht auf der Liste der potentiellen CEO-Kandidaten finden.
Dabei erhält der aktuelle CEO Steve Jobs nicht einmal einen Lohn. Wie den Unterlagen zur Generalversammlung zu entnehmen ist, hat Jobs letztes Jahr wie schon seit 1997 nur seinen symbolischen Dollar Jahreslohn erhalten, und wie schon in den letzten beiden Jahren auch weder Cash- noch Aktienboni. Der Spitzenverdiener unter den Apple-Managern ist Chief Operating Officer Timothy Cook mit rund 59 Millionen Dollar Jahresverdienst, davon rund 800'000 Dollar Grundlohn, 5 Millionen Dollar Bonus und 52 Millionen Dollar Aktienzuschüsse. Dahinter folgen die drei Senior Vice Presidents Peter Oppenheimer, Ronald Johnson und Bruce Sewell mit je knapp 30 Millionen Dollar Jahresverdienst. Steve Jobs allerdings kann sich damit trösten, dass der Wert der rund 5,5 Millionen Apple-Aktien in seinem Besitz in den letzten 12 Monaten um rund 660 Millionen Dollar gestiegen ist. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Co-CEO verlässt Salesforce

Bret Taylor geht nach einem Jahr an der Spitze. Marc Benioff bleibt alleine zurück.

publiziert am 1.12.2022
image

Mutmasslicher Cyberangriff auf den Vatikan

Russische Hacker sollen verschiedene Websites des Zwergstaates angegriffen haben, weil der Papst den Angriffskrieg in der Ukraine als "grausam" bezeichnete.

publiziert am 1.12.2022
image

Polizei in San Francisco will Roboter zum Töten einsetzen

Eine Mehrheit eines kommunalen Gremiums hat die umstrittene Richtlinie nach wochenlanger Prüfung und einer hitzigen Debatte angenommen. Kritische Stimmen wehren sich gegen den Entscheid.

publiziert am 30.11.2022
image

Google und Youtube investieren, um gegen Fake-News vorzugehen

Der US-Konzern schiesst knapp 13 Millionen Franken in einen Fonds ein, um Faktencheck-Organisationen weltweit zu unterstützen.

publiziert am 29.11.2022