Justizsoftware-Beschaffung wird zum Politikum

26. Januar 2015, 15:32
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Zürcher Justizdirektor Martin Graf muss sich wegen RIS 2 rechtfertigen.

Zürcher Justizdirektor Martin Graf muss sich wegen RIS 2 rechtfertigen.
Leserinnen und Leser von inside-it.ch kennen den Fall: Die Zürcher Justizdirektion hat bei der Erneuerung der Software RIS (Rechtsinformationssystem) die ursprünglichen Kosten massiv überschritten und kürzlich kam noch eine umstrittene freihändige Vergabe hinzu darüber. Neben den bekannten Fakten kommt jetzt noch ein weiterer hinzu: Die erste Version von RIS 2 kommt bei den Staatsanwälten gar nicht gut an.
Täglich gebe es neue Probleme, zitiert die Zeitung einen Staatsanwalt. Die Software sei viel zu kompliziert und eigne sich nicht für die Strafverfolgung, lautet die Kritik. Ein anderer sagt: "Das System hat bei seiner Ankündigung toller getönt, als es in der Anwendung ist. Es leidet an vielen Kinderkrankheiten." Wie üblich in solchen Fällen rechtfertigt sich der Zürcher Justizdirektor Martin Graf mit der Aussage, dass Anwender halt erst noch die neuen Abläufe lernen müssten. Die Einführung sei technisch problemlos verlaufen. Er verspricht, das Projekt weiterzuverfolgen.
Den Zürcher Parlamentariern ist das zu wenig konkret. Laut der 'NZZ am Sonntag' werden sich gleich vier kantonsrätliche Kommissionen mit dem Projekt beschäftigen: die Geschäftsprüfungskommission (GPK), die Finanzkommission (Fiko), die Justizkommission (Juko) und die Kommission für Staat und Gemeinden (STGK). Auf Martin Graf wartet viel Überzeugungsarbeit. (mim)

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