Kabas Gewinn leicht rückläufig - wegen Investitionen in Smartphone-Technik

12. September 2014, 14:20
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Der Schliesstechnikkonzern Kaba hat im Geschäftsjahr 2013/14 die Umsatzmilliarde geknackt.

Der Schliesstechnikkonzern Kaba hat im Geschäftsjahr 2013/14 die Umsatzmilliarde geknackt. Der Gewinn ging dagegen leicht zurück, insbesondere weil es in Asien enttäuschend lief und Kaba in Technik für das Smartphone als Schlüssel der Zukunft investiert.
"Wir investieren einen zweistelligen Millionenbetrag und glauben fest, dass das kommt", sagte Kaba-Chef Riet Cadonau an der Jahresmedienkonferenz vom Freitag in Zürich. Ein Team in Wetzikon ZH leiste Entwicklungsarbeit, denn sonst könne man schnell aus gewissen Märkten verdrängt werden.
Nicht nur mit dem Mobiltelefon, auch mit Tablets oder Uhren sollen Türen geöffnet werden können. Die Technologie der Kaba-Tochter Legic sei branchenweit führend. In der Schweiz bringe Kaba eine Zutrittskontrolle auf die Mobilfunk-App Tapit.
Die Technik sei nicht das Problem, sagte Cadonau. Es brauche für den Durchbruch des Smartphones als Schlüssel aber eine weitergehende Systemlösung: Im Hotel-Geschäft müssten beispielsweise die Hotels, die Kreditkartenherausgeber und die Telekomfirmen mit den Schliesstechnik-Firmen zusammenarbeiten.
Auch bei der nötigen Funkverbindung zum Schloss sieht sich Kaba gerüstet: Ob der Nahfunkstandard NFC, auf den nun auch Apple setzt, oder das Bluetooth-basierte BLE: "Unser System ist offen und wir wollen immer dabei sein, wenn unsere Schlösser mit dem Smartphone geöffnet werden", sagte Cadonau.
Geheimprojekt
In Rümlang ZH arbeitet Kaba an einem zweiten grösseren Entwicklungsprojekt. Aus Konkurrenzgründen wollte sich Cadonau aber nicht weiter dazu äussern.
Insgesamt investiere Kaba über 5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende Juni) waren es 52,6 Millionen Franken. Der grössere Teil fliesse allerdings nicht in komplett neue Technologien, sondern werde zur Verbesserung bestehender Systeme aufgewendet. Dazu zählen etwa Chips für herkömmliche Schlüssel.
Kaba investiere und wachse erfreulich, bilanzierte Cadonau. So stieg der Jahresumsatz um 4,1 Prozent auf 1,004 Milliarden Franken. Erstmals seit dem Verkauf des Geschäfts mit automatischen Türen (Gilgen) im Jahr 2011 wurde damit die Milliardenschwelle überschritten.
Enttäuschung in Asien
Die Übernahmen - Flexon in Kolumbien, Probuck in China und Task in Brasilien - steuerten 1,6 Prozentpunkte zum Wachstum bei und erweiterten den Zugang zu Schwellenmärkten. In Asien seien die Erwartungen hingegen nicht erfüllt worden. Die Effizienz des Werks in Südchina müsse erhöht und die Produkte besser auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt werden, sagte Cadonau.
Weltweit zählt Kaba 7738 (Vorjahr: 7398) Vollzeitstellen, davon 667 (646) in der Schweiz. Gut lief das Geschäft in Amerika, wo Kaba nicht nur viele Hotels, sondern auch schon das US-Verteidigungsministerium im Pentagon ausgerüstet hat. Konzernweit lag die operative Marge (EBITDA-Marge) mit 15,5 Prozent aber am unteren Ende der Zielvorgabe. Grund seien die Investitionen in Märkte, Produkte und Infrastruktur, sagte Cadonau. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn um 0,8 Prozent auf 84,6 Millionen Franken.
Für 2014/15 wird die EBITDA-Marge auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Analysten zeigten sich etwas enttäuscht, weshalb der Aktienkurs von Kaba am Freitagnachmittag um 0,7 Prozent tiefer notierte. (sda/lvb)

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