Kabelnetzunternehmen für die Zukunft "gut gerüstet"

4. November 2008, 05:49
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Swisscable hat an der heutigen Jahrestagung in Bern eine Studie vorgestellt, die zeige, dass die bestehenden Netze der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen für die Zukunft "gut gerüstet" seien.

Swisscable hat an der heutigen Jahrestagung in Bern eine Studie vorgestellt, die zeige, dass die bestehenden Netze der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen für die Zukunft "gut gerüstet" seien. Wie der Wirtschaftsverband der Schweizer Kabel-TV-Anbieter in einer Mitteilung schreibt, sei dies vor allem darauf zurückzuführen, dass es sich bei Kabelnetzen um sogenannte Hybrid-Fiber-Coax-Netze (HFC-Netze) handle. Das sind Netze, die zum grössten Teil aus Glasfasern bestehen. "Nur gerade die letzten paar hundert Meter von den Netzknoten bis ins Haus bestehen nicht aus Glasfasern, sondern aus koaxialen Kupferkabeln", so Swisscable. Diese Koaxialkabel seien jedoch um ein Vielfaches leistungsfähiger als etwa Telefonleitungen.
Kabelnetze seien aber auch aus einem anderen Grund zukunftsfähig. Die bestehenden Glasfaserleitungen könnten kontinuierlich näher an die Gebäude gezogen werden. Damit werde die sogenannte Zellengrösse verkleinert, die Koaxialkabel-Strecke zum Haus verkürzt, und die Datenrate pro Anschluss könne bei Bedarf zusätzlich erhöht werden. Die Einführung des neuen leistungsfähigen Übertragungsstandards DOCSIS 3.0 (Data Over Cable Service Interface Specification) erlaube zudem das Anbieten von Datenraten von einigen hundert MBit/s. Laut der Studie wäre auch ein Umstieg auf eine IP-basierte Übertragung möglich.
"Kabelnetzunternehmen können auf den Glasfaser-Rummel verzichten", wird Swisscable-Präsident Hajo Leutenegger in der Mitteilung zitiert. Gleichzeitig sei es zentral für die Branche, die bestehenden Kabelnetze kontinuierlich weiterzuentwickeln. Denn nur so könne die Leistungsfähigkeit auch in der weiteren Zukunft garantiert werden. "Dies ist auch deshalb so wichtig, weil die Konkurrenz weiter zunehmen wird", so Leutenegger.
Hintergrund der Studie ist der Bau von neuen Glasfasernetzen seitens Telekom- sowie Energieversorgungsunternehmen. Derzeit werden in verschiedenen Schweizer Regionen ziemlich unkoordiniert neue Glasfaserkabel gelegt. (mim)

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