Kann man Zensurfreiheit ins Herz des Internets programmieren?

28. August 2017, 13:00
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Eine Gruppe von Forschern diverser US-Universitäten hat eine Technologie entwickelt, die Ländern verunmöglichen soll, den Zugriff auf bestimmte Websites in anderen Ländern zu blockieren.

Eine Gruppe von Forschern diverser US-Universitäten hat eine Technologie entwickelt, die Ländern verunmöglichen soll, den Zugriff auf bestimmte Websites in anderen Ländern zu blockieren. Den Forschern geht es dabei um die Zensurbehörden von Ländern wie China, die ihren Bürgern den Zugriff auf legitime Services wie Google, Facebook oder Twitter verwehren.
Wie 'CBC' berichtet, haben die Forscher ihre "TapDance" genannte Technologie kürzlich in Zusammenarbeit mit zwei ISPs und der App Psiphon in einem Praxistest unterzogen. Dabei konnten sie zeigen, dass TapDance im Prinzip funktioniert und Usern den Zugriff auf gesperrte Sites ermöglicht.
TapDance, so 'CBC' sei eine Variante der Refraktions-Networking-Technologie, die von den beiden ISPs in ihren Switches und Routern implementiert wurde. User mussten dabei die App Psiphon verwenden, um im Internet zu surfen. Wenn sie eine blockierte Site aufrufen wollten, startete Psiphon stattdessen eine Anfrage an eine unblockierte Website. Diese wird mit einem Signal, einem kleinen Codestück, versehen, das laut den Forschern für die Blockadesysteme nicht sichtbar ist. Läuft der Traffic über einen ISP, der seinerseits TapDance implementiert hat, erkennt dessen Hardware, dass die Anfrage eigentlich zu einer anderen Site gehen soll und lenkt den Traffic entsprechend um.
Unklar ist allerdings, ob es für Zensoren tatsächlich unmöglich ist, den TapDance-Traffic zu entdecken und schlicht zu blockieren. Auch die Forscher räumen ein, dass dies zurzeit nicht klar sei. Sie glauben aber, dass die Kosten für eine Blockade für Zensurbehörden sowieso extrem hoch werden würden, wenn sehr viele ISPs und Carrier die Technologie adoptieren würden. (hjm)

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