Kann Nokia mit Maps wieder auferstehen?

2. Oktober 2012, 09:16
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Nokia konnte Oracle als weiteren Kunden für seinen Map-Dienst gewinnen. Sieht der angeschlagenen Handy-Hersteller einer sonnigen Zukunft entgegen?

Nokia konnte Oracle als weiteren Kunden für seinen Map-Dienst gewinnen. Sieht der angeschlagenen Handy-Hersteller einer sonnigen Zukunft entgegen?
Apple verbannte Google Maps als nativen Kartendienst - und erntete massive Kritik. Von dieser momentanen Schwäche profitiert der finnische Konzern: Nokia hat für seinen Standort- und Kartendienst "Nokia Maps" den Softwareriesen Oracle als neuen Kunden gewonnen, wie das 'Wall Street Journal' schreibt. Oracle soll künftig Nokias Kartendaten in seine Anwendungen integrieren und sie für die Nutzer seiner Programme verfügbar machen. Ein Nokia-Sprecher bestätigte den Deal gegenüber dem 'Wall Street Journal' am Montag.
Die Krise als Chance?
In den vergangenen Jahren hat das finnische Unternehmen viel Geld und Engagement in seinen Map-Dienst gesteckt - unter anderem kaufte Nokia 2007 für 8,1 Milliarden Dollar den Kartenanbieter Navteq. Nokia-Konzernboss Stephen Elop setzte sich als Ziel, mit Geodiensten zum Marktführer zu werden und lancierte die Sparte "Location & Commerce", die laut 'Wall Street Journal' letztes Jahr bereits 1,2 Milliarden Umsatz einbrachte.
Nokia Maps sind auch fixer Bestandteil von Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8. Mit der nächsten Windows-Phone-8-Version Ende Oktober sollen neue Funktionen eingeführt werden, etwa die Anzeige von Details, wenn man die Kamera auf einen Strassenzug richtet. Kürzlich schloss Nokia ebenfalls Karten-Vereinbarungen mit dem Online-Händler Amazon und dem Rabattcoupon-Anbieter Groupon ab.
Apple ersetzte bei der neuen mobilen Betriebssystem-Version iOS 6 Google Maps durch einen hausgemachten Dienst, der durch zahlreiche Fehler viele Nutzer verärgerte. Apple-CEO Tim Cook entschuldigte sich vergangene Woche in einem offenen Brief bei den eigenen Kunden und versprach, alles zu tun, um das Produkt besser zu machen. Unter anderem schlug er seinen Nutzern als Alternative den Nokia-Dienst vor. (hal)

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