Kanton Bern braucht 14'000 PCs – bleibt bei MS

8. Mai 2009, 09:52
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Für rund 80 Millionen Franken erneuert die Berner Kantonsverwaltung die PC-Landschaft. Bereits jetzt ist klar, dass Windows 7 und Office 2007 zum Einsatz kommen.

Für rund 80 Millionen Franken erneuert die Berner Kantonsverwaltung die PC-Landschaft. Bereits jetzt ist klar, dass Windows 7 und Office 2007 zum Einsatz kommen.
Wie man heute dem 'Bund' entnehmen kann, will die Berner Kantonsverwaltung ihre 14'000 Computerarbeitsplätze erneuern. Dafür beantragt der Regierungsrat des Kantons Bern dem grossen Rat für die Jahre 2010 bis 2013 einen Kredit von insgesamt 78,85 Millionen Franken. Das Projekt "Kantonaler Workplace 2010" sieht vor, die Hardware, das Betriebssystem Windows XP sowie die "am Ende ihrer Lebensdauer angelangte Systemverwaltungssoftware Reno" des Herstellers RTC zu ersetzen. Gleichzeitig hat der Regierungsrat für die Vorbereitung des Projekts einen zusätzlichen Kredit von 562'000 Franken bewilligt.
OS und Bürosuite werden nicht ausgeschrieben
Im Lichte der Anfang Woche bekannt gewordenen ausschreibungslosen Auftragsvergabe des Bundes an Microsoft ist es interessant, wie der Kanton Bern vorgehen wird. Reto Burn, stellvertretender Generalsekretär der kantonalen Finanzdirektion, sagt zu inside-it.ch, dass es wohl mehrere Ausschreibungen geben wird – Windows und Office werden aber nicht ausgeschrieben. Es sei bereits klar, dass Windows XP durch das voraussichtlich Ende 2009 erscheinende Windows 7 ersetzt werde.
Office 2007 wird schon jetzt bis zum nächsten Jahr eingeführt. Deshalb wird es auch für die Bürosuite keine Ausschreibung geben. Wie auch beim Bund wird man in einigen Jahren die Lizenzen verlängern müssen – wofür es ebenfalls keine Ausschreibung geben wird. Die Lizenzen für Windows und Office sind nicht in den 80 Millionen inbegriffen.
"Open Source zu aufwändig"
Gemäss Burn gibt es genügend Gründe, um ein freihändiges Verfahren durchzuführen. Es handle sich um eine Folgelieferung, weil man bereits seit längerem Microsoft im Einsatz habe. Der Kanton hat derzeit 1200 verschiedene Programme im Einsatz, die alle auf Windows funktionieren. "Zu prüfen, ob diese Programme auch auf einem Open-Source-Betriebssystem laufen, ist zu aufwändig", sagt Burn.
Man werde den Auftrag auf jeden Fall im Amtsblatt publizieren. Allfällige Microsoft-Konkurrenten hätten dann 30 Tage Zeit, um den Entscheid anzufechten. Burn betont, dass der Kanton in einigen Bereichen Open-Source-Software verwendet. (Maurizio Minetti)

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