Kanton Bern soll externe IT-Ressourcen reduzieren

20. August 2021, 10:16
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Die Geschäftsprüfungskommission kritisiert den Einsatz von externen Experten. Sie fordert klare Beschaffungsregeln und eine einheitliche IT-Landschaft.

Der Kanton Bern gibt laut einem Bericht immer mehr Geld aus für externe Experten. Zwischen 2016 und 2019 stieg der Aufwand um 29%. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des bernischen Grossen Rats fordert nun die Kantonsregierung auf, vermehrt auf Eigenleistungen zu setzen.
Die GPK ist laut einer Mitteilung der Ansicht, dass dem Kanton Bern eine Strategie fehlt, wie mit dem Einsatz Dritter umzugehen ist. In dieser Strategie sollte nach Ansicht der GPK festgehalten werden, dass mehr auf Eigenleistung zu setzen ist.
"Das Kantonspersonal muss mehr Eigenverantwortung übernehmen und die zentralen Aufgaben selber ausüben, damit die Ausgaben für externe Expertinnen und Experten nicht weiterhin sukzessive zunehmen", heisst es in der Mitteilung.

GPK will eine einheitliche IT-Landschaft

Zusätzlich zu einer Strategie braucht es nach Auffassung der GPK auch klare Vorgaben für die Vergabe von Aufträgen. Es müsse klar sein, heisst es, an welchen Kriterien sich der Kanton orientiere, wenn er externe Aufträge vergibt. Andernfalls bestehe das Risiko, dass der Einsatz von externen Beratungen sehr unterschiedlich und teilweise unwirtschaftlich erfolge. Bevor externe Aufträge vergeben würden, brauche es somit eine dem Auftrag angemessene Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Kosten/Nutzen-Überlegungen.
"Abgeschlossene Dienstleistungsverträge mit Dritten werden im Kanton Bern bisher nicht gesamtstaatlich gesteuert oder koordiniert und Kontrollmechanismen fehlen. Eine wichtige Grundlage, um dies überhaupt zu ermöglichen, sind eine einheitliche IT-Systemlandschaft und saubere Datenstrukturen ", heisst es weiter.

Vor allem die Anzahl der Informatik-Aufträge ist gestiegen

Im Auftrag der GPK untersuchte die bernische Finanzkontrolle, wie sich die Ausgaben des Kantons Bern für externe Fachleute entwickelten. Die Finanzkontrolle ist das oberste Fachorgan der Finanzaufsicht im Kanton Bern und unterstützt gleichermassen den Grossen Rat und den Regierungsrat. Sie bildet eine selbstständige Organisationseinheit innerhalb der Verwaltung und ist fachlich unabhängig.
Diese Institution stellte fest, dass zwischen 2016 und 2019 die Ausgaben für Beratungen um 29% auf 43 Millionen Franken stiegen. Der gesamtstaatliche Aufwand erhöhte sich in dieser Zeit lediglich um 10%. Bis ins Jahr 2016 hatten sich zuvor die Beratungsausgaben und der Gesamtaufwand in einem ähnlichen Rahmen entwickelt.
Der überproportionale Anstieg ist laut der Finanzkontrolle unter anderem auf verschiedene grosse Informatik-Projekte zurückzuführen. Die Direktionen würden Beratungsdienstleitungen sehr unterschiedlich in Anspruch in nehmen, wobei der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit zunehmend im Umfeld der Informatik liege.

Amt für Informatik als zentrale Anlaufstelle

Um Kosten einzusparen und Synergien zu nutzen, empfiehlt Kommission in ihrem Bericht an den Regierungsrat, einen Pool mit Fachpersonen einzurichten, um einerseits mit bestehenden Personalressourcen einen gesamtstaatlichen Austausch zu ermöglichen und andererseits mit zusätzlichen internen Expertinnen und Experten mehr auf Eigenleistung zu setzen.
Die GPK schlägt vor, der Pool könnte beispielsweise beim Kantonalen Amt für Informatik und Organisation (KAIO) angesiedelt werden könnte. So könnten kantonsübergreifend Projektleitungen für ICT- und Organisationsprojekte beim KAIO durch alle kantonalen Stellen angefragt werden. Weiter sei ein entsprechendes Controlling zentral. Man müsse auch die Chancen nützen, die sich mit dem ERP-System (SAP-Einführung) eröffnen würden.
Die Geschäftsprüfungskommission erwartet vom Berner Regierungsrat, dass er über den Umsetzungsstand der Optimierungen bis im Frühling 2022 gegenüber GPK Rechenschaft ablegt.

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