Kanton Bern soll IT-Kredite von knapp 430 Millionen Franken sprechen

16. November 2020, 12:57
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Die Finanzkommission des Kantons empfiehlt dem Grossen Rat die Annahme von 14 Informatikkrediten.

Im Kanton Bern haben die Kredite für die IT-Grundversorgung des nächsten Jahres, für die Fachapplikationen in den Jahren 2021 bis 2023 und für 2 spezifische Zusatzkredite die Finanzkommission (FiKo) des Kantons passiert. Wie einer Mitteilung zu entnehmen ist, empfiehlt die FiKo dem Grossen Rat einstimmig, in der kommenden Wintersession die 14 IT-Kredite mit einer Gesamtsumme von 428,1 Millionen Franken anzunehmen. Man habe die Geldvergabe intensiv analysiert und sowohl schriftlich wie auch in der Diskussion mit den Direktionen auf den Prüfstand gestellt. Nötig seien die Gelder, weil die Aufgaben und Anforderungen an die Verwaltung stetig zunehmen.
Interessant ist, dass die IT-Grundversorgung mit rund 180 Millionen Franken nun nahezu ganz in die Zuständigkeit des Kaio (Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern) fällt. Nur die Bildungs- und Kulturdirektion sowie die Bau- und Verkehrsdirektion werden in der Grundversorgung mit 0,7 respektive 0,6 Millionen Franken noch eigene kleine Kredite verantworten, wie der Kanton weiter mitteilt.
Anders sieht es bei den Krediten für die Fachapplikationen aus, die weiterhin von den Direktionen verantwortet werden. Hier handelt es sich für die 3 Jahre ab 2021 um ein Volumen von insgesamt knapp 236 Millionen Franken.
Allerdings steigen die Kosten, obwohl sich hier bereits die verstärkte Zentralisierung auszahle, schreibt die FiKo. Denn dank verbesserter Übersicht darüber, welche Applikationen wo vorhanden sind, seien rund 380 Applikationen ersatzlos gestrichen und 240 weitere harmonisiert, also zusammengeführt worden.
Erklärt wird das Paradox mit Mehraufwendungen, die plausibel begründet werden konnten, schreibt die FiKo. Denn in "praktisch allen Bereichen steigen die Anforderungen an die Verwaltung (Mengenausweitung, Zunahme der Komplexität, höhere Qualitätsansprüche, höhere Sicherheitsansprüche, neue Digitalisierungsvorhaben)".
Während die FiKo schliesslich den Zusatzkredit über gut 4 Millionen Franken an die Direktion für Inneres und Justiz unkommentiert lässt, geht sie ausführlicher auf die Gelder für das Projekt NeVo/Rialto ein. Man habe sich überzeugen lassen, dass dieser 3. Zusatzkredit über 5,5 Millionen Franken für "Mehraufwendungen zur Erreichung der angestrebten Effizienzgewinne nötig" sei. Dieses von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft zusammen mit Swisscom entwickelte neue System zur medienbruchfreien Vorgangsbearbeitung, sei ein schweizweites Pilotprojekt, bei dem nun zusätzliche Funktionalitäten eingebaut werden müssten. Dafür seien zusätzliche Gelder nötig.

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