Kanton Bern steckt 130 Millionen Franken ins Netzwerk

19. April 2018, 16:11
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Der bisherige Lieferant ist auch der künftige: SPIE ICS hat die Ausschreibung des KAIO (Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern) für den Betrieb und die Weiterentwicklung des kantonalen Verwaltungsnetzwerks gewonnen. Verloren haben die Ausschreibung Netcloud und Swisscom, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war.
Der neue Vertrag für ein Weitbereichs-Datennetzwerk der Verwaltung (BEWAN) für 25 Millionen Franken an Land gezogen.
Neben dem WAN geht es diesmal auch um die LANs und WLANs der verschiedenen öffentlichen Stellen, die diese bisher selber betrieben haben, sowie um die Sicherheitssysteme, wie KAIO-Stabschef Thomas Fischer auf Anfrage festhält. Das erkläre, warum sich die jährlichen Kosten von fünf auf nun 16,25 Millionen Franken mehr als verdreifacht haben, so Fischer weiter. So habe sich gegenüber dem bisherigen Vertrag das Volumen durch mehr "Kunden" aus der Verwaltung beispielsweise aus dem Gesundheits- und Bildungssektor deutlich erhöht.
Die vergleichsweise lange Laufzeit für das Projekt erklärt Fischer damit, dass allein die Ausschreibung ein Jahr in Anspruch genommen habe. Zudem berücksichtigten die acht Jahre der Vertragslaufzeit auch, dass einem möglichen neuen Dienstleister Zeit für die Transformation gegeben werden müsse.
Insgesamt, so der KAIO-Stabschef, spare man bei dem Projekt durchschnittlich 40 Prozent pro Leistungseinheit. Allerdings geht der Kanton davon aus, dass die Nachfrage nach Netzwerkleistungen und die Anforderungen an die Informationssicherheit weiter steigen werden. Deshalb dürften die tatsächlichen Einsparungen geringer ausfallen, so Fischer.
SPIE hat sich aber nicht nur preislich, sondern auch qualitativ bei der Auftragsvergabe durchgesetzt. Oliver Wieczorek von SPIE erklärt, welche Weiterentwicklungen zu erwarten sind. So soll ab 2020 zum Beispiel auf Netzwerk- und Access-Ebene selbstlernende Software zum Einsatz kommen. Über die Software-defined-Technologien können ein hoher Grad an Automatisierung in einzelnen Bereichen genauso erreicht werden, wie eine Optimierung der Netzinfrastrukturen möglich werde. In der Branche wird generell davon gesprochen, dass die Harmonisierung von WAN und WLAN künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird.
Fischer stellt diesbezüglich fest, dass im Kanton schon einzelne "Kunden" ganz auf das drahtlose Arbeiten setzen würden. Kabelgebundene WAN- und LAN-Anbindungen werden deshalb aber sicher nicht überflüssig, betont er. Sie werden weiterhin für die unumgänglichen Redundanzen benötigt, sind aber auch im gesamte BORS-Sektor (Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit) unverzichtbar, so Wieczorek.
Er nennt für das WAN, LAN und WLAN folgende Netzwerk-Services im künftig BE-Net genannten Netzwerk: Internetdienste, Dienste für das Management von DNS, DHCP und IP-Adressen sowie kundenspezifische Speziallösungen. Das gesamte Datennetz beinhaltet im Bereich WAN rund 680 Anschlüsse, im Bereich LAN etwa 20'000 aktive Ports und im Bereich WLAN zirka 1100 aktive Access Points, führt er aus. (vri)

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