Kanton Bern testet elektronischen Lohnausweis

1. März 2005, 16:35
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Berna Biotech als Pilotbetrieb

Berna Biotech als Pilotbetrieb
Heute informierte der Kanton Bern zusammen mit der SUVA, Vertretern der AHV und verschiedener Schweizer Software-Hersteller über die Bemühungen zur Einführung eines einheitlichen Lohnstandards. Voraussetzung für einen digitalen Lohnstandard, der den Datenaustausch zwischen Firmen, Behörden, SUVA und AHV vereinfachen soll, ist die Einführung des neuen, ab 2006 schweizweit geltenden Lohnausweises.
Seit über einem Jahr arbeiten die SUVA, die AHV Ausgleichskassen, die Steuerverwaltung des Kantons Bern zusammen mit verschiedenen Software-Herstellern unter der Bezeichnung Swissdec an einem einheitlichen Lohnmeldeverfahren (ELM) und den dazugehörenden XML-Standards. Benützer von Lohnlösungen, die die Standards von Swissdec unterstützen sollen die Lohndaten für die verschiedenen Stellen nur einmal erfassen müssen und sie elektronisch übermitteln können.
Der Berner Impfstoff-Hersteller Berna Biotech wird ELM als Pilotbetrieb einsetzen. Gezeigt wurde heute ebenfalls die KMU-Lösung 'Xpert.line' von Soreco. Ebenfalls bei Swissdec dabei sind Sage Sesam/Simultan, SAP, Abacus und Zwahlen Informatik.
Absurd: Kantonale Gewerbeverbände drohen mit Volksinitiativen
KMU-Pabst Nationalrat Otto Ineichen begrüsste heute in einer Rede die Initiative zu einem einheitlichen Lohnstandard. Gemäss Ineichen wendet Otto's heute jährlich zwischen 450 und 500 Stunden für die Übermittlung von Lohndaten an Behörden auf. Während die SUVA von einem Einsparungspotential von "einigen hundert Millionen Franken" für KMU spricht, sprach Ineichen in seinem Referat gar von einem "Milliarden-Sparpotential".
Dies scheinen allerdings einige kantonale Gewerbeverbände nicht einzusehen. So haben sich 13 kantonale Gewerbeverbände an einer "ausserordentlichen Zusammenkunft" auf die Koordination des Widerstandes gegen die Einführung des neuen, schweizweit einheitlichen Lohnausweises geeinigt. Der Zürcher Gewerbeverband droht gar mit einer Volksinitiative zur Verhinderung des neuen Lohnausweises. Und Gewerbeverbands-Chef Martin Arnold verlangte in einem dringlichen Postulat, der Kanton Zürich solle auf den neuen Lohnausweis verzichten.
Die Gewerbeverbände behaupten, der neue Lohnausweis würde zu einer Zunahme des bürokratischen Aufwandes führen, da Firmen die Spesenentschädigungen an Mitarbeitende genauer aufführen müssen. Ausserdem würden die KMUs mit erhöhten Software-Kosten belastet. Dies stimmt zumindest nur teilweise. Denn wer einen Wartungsvertrag für seine Business-Software besitzt, erhält Updates kostenlos.
Hinter der Opposition der Gewerbeverbände steckt wohl weniger die Angst vor mehr Bürokratie als die Furcht davor, dass viele Kleinunternehmer nicht mehr Teile ihres Einkommens als Spesenentschädigung vor den Steuerbehörden verstecken könnten. (Christoph Hugenschmidt)

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