Kanton Luzern will mehr IT in der Primarschule

11. Juli 2005, 11:44
  • e-government
  • informatik
image

Ab der dritten Primarklasse sollen Informatikmittel eingesetzt werden.

Ab der dritten Primarklasse sollen Informatikmittel eingesetzt werden.
Der Luzerner Regierungsrat hat dem Grossen Rat (Kantonsparlament) einen Planungsbericht zum "Einsatz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien an den Volksschulen und den Schulen der Sekundarstufe II des Kantons Luzern" unterbreitet. In dem Bericht geht es darum, den Computer über alle Stufen als Lern- und Hilfsmittel einzusetzen. Es wird darin die aktuelle Situation an den Luzerner Schulen geschildert und es werden zu erreichende Ziele gesetzt. Der Bericht wurde von der CVP-Frau Erna Müller-Kleeb im Juli 2000 in einer Motion verlangt. Allerdings wurde der erste Planungsbericht vom Grossen Rat im Frühjahr 2001 abgelehnt. Grund war die Bemängelung des Zeitplans und die fehlende Koordination mit anderen Schulentwicklungsvorhaben.
Konkret sollen sich nun gemäss dem neuen Bericht die Bildungsinstitutionen nach den Zielen der Ergänzung zu den Lehrplänen der Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz (BKZ) von 2003 richten. Bei der Ergänzung geht es um den Einsatz von geeigneten Informatikmitteln ab der dritten Primarklasse. Neben den zentralschweizerischen Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug ist auch der deutschsprachige Teil des Kantons Wallis Mitglied der BKZ. Demzufolge ist damit zu rechnen, dass auch diese Kantone ihre Informatikinfrastruktur in Bildungsinstitutionen überdenken werden.
Die 13-köpfige grossrätliche Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) unter dem Vorsitz von Ruth Keller-Haas (FDP) hebt sechs wichtige Punkte des Planungsbericht hervor. Die Kommission beschäftigte sich mit dem Einsatz von privaten Geräten im Unterricht, dem Schutz der Lernenden vor Strahlen bei Wireless-LAN-Installationen, der Nutzungsdauer von Geräten, der möglichen Abhängigkeit von Anbietermonopolen im Software-Bereich, der Notwendigkeit der pädagogischen und technischen Betreuung für den Informatikbereich sowie den finanziellen Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien auf die vom Kanton an die Gemeinden zu leistenden Pro-Kopf-Beiträge. Der Planungsbericht wird in der September-Session des Grossen Rates behandelt.
Jetzige Lage
Indessen haben die Luzerner Gemeinden und der Kanton beachtliche Fortschritte bei der Integration von Informatikmitteln und bei der Weiterbildung von Lehrpersonal erzielt. In den Primarschulen der Gemeinden wurde in den letzten vier Jahren die Anzahl PCs von 600 auf 3000 aufgestockt. Damit Lehrpersonen kompetent mit den neuen Mitteln umgehen können, werden an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) ICT-Nachdiplomkurse angeboten.
Man könne aber noch nicht von einem "integrierten Informatik-Unterricht" sprechen, heisst es in der Mitteilung. Die Ausbildung der Lehrpersonen müsse verstärkt und die Informatikinfrastruktur erneuert werden. Besonders Primar- und Berufsfachschulen weisen veraltete Informatikinfrastrukturen auf. Um diese Schulen mit geeigneter Unterstützung (First- und Second-Level-Support) zu versorgen, werden bis im Sommer 2008 2,25 Millionen Franken beim Kanton aufgewendet. Ab 2008 soll der gleiche Betrag jährlich investiert werden. Bei den Gemeinden werden bis 2008 3,25 Millionen in die Informatik gesteckt und danach jährlich 4,8 Millionen. Diese Beträge sind in den Budgets der Gemeinden und des Kantons zum grossen Teil bereits integriert. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Edöb: "Vertrauen Behörden nur auf private Gutachten, können sie sich eine blutige Nase holen"

Der Eidgenössische Datenschützer kritisiert Anwaltskanzleien, die Behörden beim Einsatz von US-Cloud-Diensten Sicherheit versprechen. Im Interview schildert Adrian Lobsiger seine Sicht.

publiziert am 28.9.2022
image

Keine kritischen Lücken im E-Voting-System der Post gefunden

Beim Bug-Bounty-Programm gelang es niemandem, in das System oder die elektronische Urne einzudringen. Die Tests gehen aber noch weiter.

publiziert am 28.9.2022 1
image

Public Cloud: Der Bund hat Verträge mit Hyperscalern unterzeichnet

Da noch ein Gerichtsverfahren hängig ist, können die Ämter noch keine Cloud Services im Rahmen der 110 Millionen Franken schweren WTO-Beschaffung beziehen.

publiziert am 27.9.2022 1
image

Wie ein Chatbot der Berner Kantonsverwaltung hilft

Um die Mitarbeitenden zu entlasten, setzt das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (Kaio) auf einen Chatbot. Der Leiter des Service Desks erläutert im Gastbeitrag das Vorgehen.

publiziert am 27.9.2022