Kanton St. Gallen soll bei der Informatik sparen

11. April 2012, 12:43
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Ein Kantonsrat meint, dass zu viel Geld für Informatik ausgegeben wird. Die Regierung will nun die Betriebskosten dauerhaft senken.

Ein Kantonsrat meint, dass zu viel Geld für Informatik ausgegeben wird. Die Regierung will nun die Betriebskosten dauerhaft senken.
"Gibt Kanton zu viel für Informatik aus?", fragt das 'St. Galler Tagblatt' heute in der Überschrift eines Artikels. Es geht dabei um angeblich zu hohe Kosten für die Informatik im Kanton St. Gallen. Diese steigen offenbar von Jahr zu Jahr. Der freisinnige Kantonsrat Walter Locher hatte diesbezüglich in einer Interpellation Auskunft von der Regierung verlangt. In der Tat schreibt die Regierung nun in einer Antwort, man wolle die Betriebskosten senken.
Locher sieht das Problem darin, dass die Informatikprojekte in der Regel "zu kompliziert" seien. Und sie würden mit einem (zu) grossen Ressourcenaufwand realisiert. So würden unnötig viele Kräfte und Mittel aus der Verwaltung gebunden. Zudem seien die Projekte öfter am Benutzer vorbeigeplant. So will es Locher laut dem 'St. Galler Tagblatt' immer wieder aus der Verwaltung gehört haben.
Senkung der Betriebskosten
Die Zeitung zitiert aus der Antwort der Regierung, wonach sich der gesamte Informatikaufwand des Kantons (Betriebskosten und Investitionskosten) von 2009 bis 2015 zwischen 60,8 und 68,9 Millionen Franken jährlich bewegt. Das Informatikbudget betrage rund 1,5 Prozent des gesamten kantonalen Aufwands; damit stehe der Kanton St. Gallen sehr gut da, auch im Vergleich mit der Privatwirtschaft.
Rund 85 Prozent der Ausgaben sind Betriebskosten. Aufgrund bestehender Verträge liessen sich diese Kosten kurzfristig kaum verändern, so die St. Galler Regierung. Da der Kanton derzeit einen Sparkurs fahre, wurden die Informatikinvestitionen für das laufende Jahr im Vergleich zu den Vorjahren halbiert.
Die Regierung wehrt sich allerdings dagegen, diese Massnahme auch für die kommenden Jahre als "obligatorisch" zu erklären, schreibt das 'Tagblatt'. "Eine mehrjährige Kürzung der Informatikinvestitionen in diesem Ausmass würde zu einem grossen Nachholbedarf führen und die Verwaltungsgeschäfte nachhaltig schwächen", zitiert die Zeitung aus der Antwort der Regierung. Es würden derzeit aber Massnahmen erarbeitet, um die Betriebskosten dauerhaft zu reduzieren und so zu begrenzen, dass genügend Spielraum für Investitionen bleibe.
Der Kanton möchte aber auf bestimmte IT-Investitionen, die Einsparungen bringen, die Geschäftsabwicklung verbessern oder Zusatznutzen bringen (Stichwort E-Government), nicht verzichten. (mim)

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