Kanton Waadt führt Open-Source-ECM ein

14. Juni 2007, 07:49
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Optaros hat beim Westschweizer Kanton die Content-Management-Software von Alfresco implementiert. Ein weiterer Schlag gegen proprietäre Lösungen.

Optaros hat beim Westschweizer Kanton die Content-Management-Software von Alfresco implementiert. Ein weiterer Schlag gegen proprietäre Lösungen.
Der Zürcher Open-Source-Berater Optaros hat Open-Source-ECM-Software von Alfresco beim Kanton Waadt implementiert. Der Westschweizer Kanton übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Sachen Open-Source-Geschäftslösungen für öffentliche Verwaltungen. Derzeit ist ein regelrechter Kulturkampf zwischen proprietären Lösungen (meist Microsoft) und Open Source im Gange. Selbst die höchsten Gerichte in der Schweiz streiten sich darum.
Der Entscheid fiel in diesem Fall zugunsten von Open Source, weil für den Kanton eine breite Unterstützung verschiedener geplanter E-Government-Initiativen und die Integration verschiedenster Legacy-Applikationen aus diversen Departementen wichtig war. Zudem spielten die Kosten auch eine wesentliche Rolle, da mit der Enterprise-Content-Management-Lösung von Alfresco keine Lizenzkosten anfallen.
Trong-Thanh Do, IT-Engineering-Direktor beim Kanton Waadt, sagt: "Open Source ist nicht die Lösung, aber es gibt keine Lösung ohne Open Source." Die neue Lösung kann von den verschiedenen Departementen des Kantons eingesetzt und angepasst werden. Vorerst können die 750 Benutzer der Steuerverwaltung des Kantons die integrierten Document-Management- und Such-Funktionalitäten nutzen. Die Implementierung für ein zweites Departement mit 1300 Benutzern ist bereits im Gange. Der Rollout für ein drittes Departement ist für Ende 2007 oder Anfang 2008 geplant.
Die ECM-Lösung fliesst auch in die E-Gov-Bemühungen des Kantons hinein. So sollen bis Ende Jahr Dokumente mit Alfresco via Kantons-Website publiziert werden können. Der Internet- und Intranet-Auftritt des Kantons wurde übrigens bereits im März 2006 auf die Open-Source-Lösung "Typo 3" migriert.
Marie-Noelle Bachler, Leiterin der kantonsübergreifenden Lösungen, sagt, man plane, die gebaute Plattform auch für andere kantonale oder bundesweite Organisationen zur Verfügung zu stellen. "Solange wir im rechtlichen Rahmen bleiben, unterstützen wir den Austausch von Informationen und Erfahrungen soweit wie möglich", so Bachler. (mim)

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