Kanton Zürich stellt Informatik auf den Prüfstand

6. November 2015, 17:00
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Die 170 Millionen Franken schwere Informatik des Kantons Zürich soll durch einen externen Dienstleister überprüft werden.

Die 170 Millionen Franken schwere Informatik des Kantons Zürich soll durch einen externen Dienstleister überprüft werden. Der Auftrag wurde nun ausgeschrieben, ein Prüfbericht soll in einem Jahr vorliegen.
Der Kanton Zürich will die Informatik durch einen externen Dienstleister überprüfen lassen. Der Auftrag wurde heute unter dem Titel "Unabhängige Überprüfung der Informatik des Kantons Zürich" auf der Ausschreibungsplattform Simap veröffentlicht. Federführend ist die Finanzdirektion des Kantons und dort wiederum die Geschäftsstelle des Kantonalen IT-Teams KITT.
Warum der Kanton die Informatik überprüfen will, geht aus einem Beschluss des Regierungsrats von Mitte September hervor. Wir fassen zusammen: Der Kanton gibt jährlich rund 170 Millionen Franken für Informatikmittel und -Dienstleistungen aus. Die IT-Strategie des wirtschaftsstärksten Kantons der Schweiz wurde 2008 entwickelt. 2013 stellte die Finanzkontrolle des Kantons mögliche Schwachstellen in IT-Governance, IT-Compliance, Risiko-Mangement und IT-Sicherheit fest und auch die Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrats will die Informatik untersuchen. Ausserdem muss der Kanton Kosten reduzieren und die externen Experten sollen herausfinden, ob "Informatik einen Beitrag leisten" könne.
Strategie, Fach- und Querschnittapplikationen und IT-Grundversorgung
Die Durchforstung und Analyse der 170-Millionen-Informatik wird von einem Projektausschuss begleitet. Zu diesem gehören ein Regierungsrat und zwei Regierungsrätinnen (Finanzen, Justiz, Bildung), der KITT-Delegierte und ein Vertreter der Finanzkontrolle. Die Projektleitung übernimmt der Leiter der KITT-Geschäftsstelle Richard Brägger, die Untersuchung selbst wird extern geleitet. Durchgeführt wird die Durchleuchtung der Kantons-IT von der externen Firma zusammen mit einem Kerntteam aus je einem Vertreter pro Direktion sowie der Staatskanzlei und Vertretern des "2. Konsolidierungskreises" (Parlamentsdienste, Gerichte, Notariate).
Die Überprüfung soll feststellen, ob man die Informatikleistungen entweder verbessern oder die Kosten senken kann. Sie soll in eine "gesamtheitliche direktonsübergreifende Darstellung" zur Folge haben und damit die geplante Aktualisierung der IT-Strategie "unterstützen." Überprüft und mit anderen Behörden verglichen werden sollen die Strategie, Fachapplikationen, Querschnittsapplikationen (ERP, SAP, Portale, ...) sowie die IT-Grundversorgung.
Resultat und Empfehlungen in einem Jahr
Bis ungefähr Mitte Januar soll die Firma, die den grossen Auftrag ergattert, feststehen. Bis Oktober 2016 sollen dann Analyse, Vergleiche und Empfehlungen ausgearbeitet sein, die dann Ende Oktober 2016 präsentiert werden. Bis Ende 2016 soll dann die Umsetzung der Empfehlungen fertig geplant sein. Wir sind schon jetzt gespannt. (hc)

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